"trend": Neue Mehrheitseigentümer für RHI?

Einflussreiche Investoren, allen voran der Münchner Industrielle August von Finck, rittern um die Mehrheitsübernahme der RHI. Wien (OTS) - Der angeschlagene Feuerfestkonzern RHI ist derzeit Gegenstand geheimer Gespräche, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am kommenden Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Investorengruppe um den Münchner Industriellen August von Finck verhandelt laut Insidern mit der Münchner HypoVereinsbank, der Muttergesellschaft des RHI-Hauptgläubigers Bank Austria, über folgenden Deal:

Die Finck-Gruppe, die jetzt schon Aktienpakete von insgesamt rund 30 Prozent an der RHI besitzt, schießt dem Feuerfestkonzern frisches Kapital in Form eines Gesellschafterdarlehens zu, das in etwa dem Betrag der jüngst von der RHI beschlossenen Wandelanleihe (144 Millionen Euro) entsprechen könnte. Dafür sollen sich die Gläubigerbanken bereit erklären, heuer 200 Millionen Euro und in zwei Jahren noch einmal 200 Millionen Euro von den Gesamtschulden in Höhe von 1,1 Milliarden Euro nachzulassen.

Gleichzeitig würden die Banken dann der Finck-Gruppe um einen noch auszuhandelnden Betrag die Wandlungsrechte aus Tranche A der Wandelanleihe abtreten - mit dem Erfolg, dass die Münchner Aktionäre dann die klare Mehrheit an der RHI hätten. Und zwar an einer RHI, die nachhaltig entschuldet und damit durchaus wieder attraktiv wäre.

Zur Erklärung: Tranche A der Wandelanleihe, die später von den Zeichnern zu einem Kurs von 7,2 Euro in RHI-Aktien getauscht werden kann, wird unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aufgelegt und ausschließlich von den Banken gezeichnet. Tranche B ist mit einem Nominale von je 40.000 Euro ebenfalls nur Großinvestoren zugänglich.

Seitens der RHI und der österreichischen Banken werden die Finck’schen Ambitionen nur recht halbherzig dementiert. Erste-Sprecher Michael Mauritz: "Ich halte es zwar durchaus für möglich, dass Herr Finck so etwas anstreben könnte. Aber mit uns hat noch niemand gesprochen." Und RHI-Chef Helmut Draxler sagt: "Ich schließe aus, dass es Gespräche mit der Bank Austria gibt."

"Klar", ätzt ein Insider, "diese Gespräche werden auch nicht in Wien, sondern mit der HypoVereinsbank in München geführt." Interesse an einem solchen Geschäft hätte allerdings nicht nur die Finck-Gruppe. Auch diverse Banken und Venture Capital Fonds würden sich für einen Deal nach diesem Strickmuster interessieren: "Denn alle wissen, dass der Hebel über einen Forderungsverzicht der Banken enorm ist."

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