Verzetnitsch: Flexibilisierung nicht nach Bartenstein-Art

Die Aufgaben als Arbeitsminister endlich erfüllen

Wien (ÖGB). "Nicht nur die Unternehmer-Rosinen aus dem EU-Kuchen picken", antwortet ÖGB- und EGB-Präsident Fritz Verzetnitsch auf die im Vorfeld des EU-Gipfels von Barcelona geäußerten Vorstellungen von Arbeits- und Wirtschaftminister Bartenstein zur weiteren Flexibilisierung der Arbeitsmärkte sowie der Einführung neuer Arbeitsformen.++++

Dass die Arbeitsmärkte in der EU flexibler werden müssen, sei eine Notwendigkeit die von niemanden bestritten werde. Allerdings, so der EGB-Präsident, scheint es über den Begriff "Flexibilisierung" sehr unterschiedliche Vorstellungen zu geben. Verzetnitsch:
"Wirtschaftminister Bartenstein will sich die Unternehmer-Rosinen aus dem EU-Kuchen picken und sieht Flexibilisierung alleine als Deregulierung des Arbeitsrechtes und der Arbeitsmärkte. Dem können die Gewerkschaften nicht zustimmen."

Wirtschaftsminister Bartenstein vergesse immer, so der ÖGB-Präsident, dass er aúch Arbeitsminister sei. Es sei daher auch nicht verwunderlich, dass ein im Auftrag der EU-Kommission von einer hochrangigen Task Force erstelltes Papier zum Thema "Qualifikation und Mobilität" eine ganz andere Sprache spreche. Verzetnitsch: "In diesem Papier werden die tatsächlichen Probleme am Arbeitsmarkt angesprochen und auch richtige Lösungsansätze vorgeschlagen."

Die Task Force fordert u. a. eine verbesserte Grundausbildung, verstärktes lebenslanges Lernen, oder eine einheitliche europäische Anlaufstelle für einschlägige Informationen über Stellenangebote, Mobilität, Lernmöglichkeiten und Rechte des "mobilen Bürgers" in Europa.

Verzetnitsch: "Herr Bartenstein soll endlich auch seine Aufgaben als Arbeitsminister erfüllen und nicht ständig von Flexibilisierung reden und Deregulierung zu Gunsten der Unternehmen meinen. Wir brauchen bestens ausgebildete ArbeitnehmerInnen und nicht ständig verfügbare Arbeitsbienen."(ff)

ÖGB, 26. Feber 2002 Nr. 163

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