Gute Chancen für Österreichs Wirtschaft in Algerien

Ferrero-Waldner hofft auf Kooperation im Eisenbahnwesen

(Algier-OTS) Außenministerin Benita FERRERO-WALDNER sieht nach ihren Gesprächen in Algier gute Chancen für Österreichs Wirtschaft in Algerien. "Aufgrund der enormen Ausdehnung des zweitgrößten Landes Afrikas sowie der starken Auslandsabhängigkeit der Wirtschaft kommt dem Transportwesen in Algereien ein große Bedeutung zu. Das Land verfügt über 4.300 km Schienenwege. Mit einem Investitionsvolumen von € 720 Millionen sollen die algerischen Eisenbahnen bis 2010 einen Modernisierungsschub erfahren. Ähnliche Investitionsprogramme existieren für die 31 Flugplätze und 12 internationalen Seehäfen, über welche 98% des Handelsvolumens mit dem Ausland abgewickelt werden. Ich sehe durchaus Chancen, daß die österreichische Wirtschaft insbesondere im Bereich des Eisenbahnwesens mit einer Wiederbelebung der traditionellen Kooperation rechnen kann und die mich begleitende Wirtschaftsdelegation konnte hier auch schon konkrete Gespräche in diese Richtung führen", sagte FERRERO-WALDNER heute in Algier.

Ein zentrales Anliegen der algerischen Wirtschaftspolitik bildet zur Zeit die Frage der Privatisierung. Diese soll für viele der staatlichen Großbetriebe über eine Aufteilung in kleinere Einheiten erfolgen. Neben den organisatorischen Aspekten muß aber auch die technologische Lücke geschlossen werden, die nach Einschätzung von Experten durchschnittlich 15 Jahre beträgt. Die Hauptstoßrichtung der Privatisierung gilt den staatlichen Großindustriebetrieben, die noch 80% der nationalen Erzeugung abdecke, allerdings zum BIP nur 12% beitragen und 8% der arbeitsfähigen Bevölkerung beschäftigen.

"Algerien ist eines jener Mittelmeerländer, mit denen die EU im Rahmen des Euromed-Programmes kooperiert. Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist vor allem das MEDA-Programm relevant, das Algerien bei wesentlichen Strukturreformen unterstützt. Dabei bildet die Förderung und Beschleunigung der noch nicht sehr weit fortgeschrittenen Privatisierung einen Schwerpunkt. Gerade im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe, des Post- und Telekommunikationswesens bleibt hier noch viel zu tun", so FERRERO-WALDNER.

Seitens österreichischer Firmen besteht überdies großes Interesse an algerischen Projekten in den Bereichen Umweltschutz (Kläranlagen, Müllbeseitigung, Flughafenausbau (allgemeine Modernisierung der bestehenden 31 Flughäfen, geplanter Flughafenausbau Algier, Ausbau der 12 internationalen Seehäfen, Eisenbahnsektor (Studien und Bau:
geplante Metro Algier, Tramway Algier, Projekt Ausbau der Eisenbahnlinie nach Bechar-Mechiar; Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten), Energieerzeugung (gasbetriebene Kraftwerke, Kraftwerksausrüstungen), Stromtransport (laufende Ausschreibungen für Überlandleitungen), Zulieferungen an den Erdöl- u. Erdgassektor, Studien für Pipelinebau (neues internationales Großprojekt Erdöl-, Erdgasleitung Nigeria-Niger-Algerien), Ausrüstungen für Militär und Polizei (Spezialfahrzeuge, Motorräder, Ausrüs-tungen aller Art), Wasserwirtschaft (Trinkwasseraufbereitung, Pumpen, Pipelines, Bewässerungsprojekte), Krankenversorgung (Spitalbauten, Spitalsmodernisierungen, Spitalsausstattungen, Zulassung von österreichischen Medikamenten), Telekommunikationsausrüstungen und -zubehör, Hotelbauten und -ausstattungen, Kraftfahrzeugteile und -zubehör, Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, Anlagen für die Stahlindustrie und weiterverarbeitenden Sektor.

Der Großteil der österreichischen Exporte in den ersten 10 Monaten des Jahres 2001 in Höhe von € 68 Mio. ging an algerische Staatsfirmen und zu einem geringeren, aber stark wachsenden Teil an Privatfirmen.

Die österreichischen Ausfuhren sind hauptsächlich Maschinen und Maschinenkomponenten der verschiedensten Art, pharmazeutische Produkte, Papier und Pappe, Holz, LKW-Reifen, Eisen- und Stahlwaren, Feuerfestmaterialien und Aluminiumerzeugnisse. Diese Einzelpositionen schwanken in gleicher Weise wie das gesamte österreichische Exportvolumen, da die Lieferungen zu einem erheblichen Teil vom Zuschlag öffentlicher Ausschreibungen abhängig sind. Hervorzuheben ist, dass die österreichischen Ausfuhrerfolge einer relativ geringen Zahl von österreichischen Exporteuren zuzuschreiben sind, die bereits viel Erfahrungen auf diesem relativ schwierig zu bearbeitenden Markt haben (Schluß).

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