Frächterskandal: ÖGB muss Machtwort sprechen !

Wien ( OTS ) - Der jüngst aufgeflogene Frächterskandal zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, österreich- und europaweit klare Beschäftigungsbedingungen und Bezahlungskriterien zu entwickeln, diese zu überwachen und deren Verletzung mit drastischen Strafen zu belegen. Diese Meinung äußert der Vorsitzende des GLB im ÖGB, Manfred Groß: "Solange es tausend Hintertüren für profitgierige Frachtunternehmer gibt und diese selbst für den Fall, dass sie kriminelle Methoden anwenden, dann noch mit Glacéhandschuhen angerührt werden, wird sich nichts ändern. Die Gewerkschaften werden Druck ausüben und zur Aktion übergehen müssen, um die Regierungen und die EU zu zwingen, gegen die mächtige Lobby der Transportunternehmer vorzugehen!".

Manfred Groß verlangt im Zusammenhang mit dem Skandal auch ein gründliches Umdenken in der Verkehrspolitik: "Solange die Frächter nicht voll für die Kosten des Lastverkehrs aufkommen und entsprechende Kriterien für eine vertretbare Beschäftigung der Fahrer erfüllen müssen, werden sie im Vorteil gegenüber der Schiene sein". Neben einem echten Roadpricing für Lkw, geringeren Obergrenzen bei den Lasten und einem wirksamen Kontrollsystem sind europaweit geltende und exekutierbare Kollektivverträge durchzusetzen. Letztlich muss aber auch mit dem Wahnsinn der sogenannten "neuen Selbständigkeit" aufgeräumt werden, mit der national geltende Kollektivverträge und Arbeitnehmerschutzrechte unterlaufen werden:
Wer täglich hinter dem Lenkrad sitzt, ist ein Lohnabhängiger - und soll ausnahmslos im Rahmen eines regulären Arbeitsverhältnisses entsprechend arbeits- und sozialrechtlich geschützt und bezahlt werden. Das Ausweichen auf die Selbständigkeit ist in diesem Fall nur ein Trick, der seine - nicht zuletzt kriminellen - Blüten treibt!", meint der GLB-Vorsitzende und verlangt ein Machtwort des Gesamt-ÖGB und des Europäischen Gewerkschaftsbundes.

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