Antoni/Niederwieser: Viele offene Fragen bei der Pädagogischen Ausbildung

SPÖ kritisiert Bildungsministerin und fordert Diskussion im NR-Plenum

Wien (SK) "150.000 betroffene Lehrerinnen und Lehrer hätten es sich verdient, dass ihre Angelegenheiten öffentlich im Nationalrat diskutiert werden", erklärte SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser am Dienstag in einer Pressekonferenz. SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni stellte fest, dass der im Wissenschaftsausschuss diskutierte Bericht zum Akademienstudiengesetz zwar grundsätzlich von der SPÖ positiv angesehen werde, "es aber noch viele offene Fragen gibt, die im Gesetz definitiv noch nicht gelöst sind". Beide SPÖ-Abgeordneten verwiesen auf das Fehlen eines bundeseinheitlichen Gesamtkonzeptes in puncto Standort von Pädagogischen Hochschulen sowie in Fragen der Organisationsentwicklung. Die SPÖ fordert überdies die Forcierung der Berufsfeldforschung."Hier gibt es kein Konzept", betonte Antoni. ****

"Man darf die offenen Fragen bei der LehrerInnenausbildung nicht auf die lange Bank schieben, die Ministerin hat hier Handlungsbedarf", so die beiden SPÖ-Abgeordneten. Die Punkte Standorte sowie grundsätzliche Organisation der Pädagogischen Ausbildung müssten endlich einer Lösung zugeführt werden.

"Was die Standorte für die künftige pädagogische Ausbildung betrifft, fordern wir eine Gesamtkonzept, das alle Träger der LehrerInnenausbildung gleich behandelt", stellte Niederwieser klar. In diesem Bereich zeichnet sich nämlich ein Sonderweg der religionspädagogischen Institute der katholischen Kirche ab, die ihre Standorte schon festgelegt haben wollen.

"Gibt es in Zukunft eigenständige Hochschulen für pädagogische Ausbildung oder eröffnen wir die Möglichkeit, jene zum Teil der Universitäten zu machen?", verwies Niederwieser auf die anstehende Grundsatzentscheidung. Die SPÖ trete hier für Pädagogische Fakultäten an den bestehenden Universitäten als endgültiges Ziel des laufenden Entwicklungsprozesses ein, die alle Lehrerinnen und Lehrer - egal welchen Schultyps - akademisch ausbilden sollen. Dies gelte auch für das Lehrpersonal an den Berufsschulen. Niederwieser: "Auch Lehrlinge haben das Recht, gut ausgebildete LehrerInnen zu haben. Die Planungs-und Evaluierungskommission muss dies berücksichtigen." Fachspezifischen Unterschieden könne man mit Studien-Abstufungen (Bachelor, etc.)gerecht werden.

Die laufende Gesetzesbegleitungsphase, die allein in Ausschusssitzungen Ausdruck erlangt, beinhalte auch Mängel in den Bereichen der Forschung und der tertiären Ausbildung, unterstrich SPÖ-Bildungssprecher Antoni. "Eine forcierte Berufsfeldforschung ist unerlässlich, Überlegungen zur Telelearning-Didaktik sowie zur Didaktik im Fremdsprachenunterricht fehlen völlig", kritisiert Antoni. Auch sei die Frage der Evaluierung nach wie vor ungeklärt, genauso wie die didaktische Grundlegung vom 'begleitenden Lernen'. Auch werde die Frage der Hochqualifizierung der Lehrenden (Habilitation) "sehr vernachlässigt", so Antoni.

Seit 1999 sei die Gesetzbegleitungsphase im Gange, so die beiden SPÖ-Abgeordneten, doch "die momentane Entwicklung entspricht nicht dem Sinn des Gesetzes". Nun blieben nur noch fünf Jahre, für die Umsetzung der wichtigen Punkte. "Diese fünf Jahre sind aber ein sehr kurzer Zeitraum, die Ministerin muss nun endlich die notwendigen Richtungsentscheidungen vornehmen", so Antoni abschließend. (Schluss) nf

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