Grüne zu Pestizide: Haupt hat Öffentlichkeit wider besseres Wissen nicht informiert

Pirklhuber: Ergebnisse aus nicht veröffentlichten EU-Bericht alarmierend

OTS (Wien) - "BM Haupt hat die Öffentlichkeit wider besseres Wissen nicht über gefährliche Pestizidrückstände in Lebensmitteln informiert”, so der Agrarsprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Ein Bericht des Gesundheitsministeriums an die Europäische Union über die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse in Österreich bringt nämlich alarmierende Ergebnisse zutage.

Aus dem Bericht geht hervor, dass von 932 Obst und Gemüse-Proben 32 Prozent mit Pestizidrückständen belastet sind, sechs Prozent sogar weit über dem Grenzwert. Besonders betroffen sind Paprika und Salat. Problematisch ist auch der bei mehr als 14 Prozent der Proben festgestellte Mix an Pestiziden. Geht man davon aus, dass das mit gefährlichen Pestizid-Rückständen belastete Obst und Gemüse über längere Zeit auf den Tellern von Familien mit Kindern und älteren Menschen gelandet ist, dann haben die Menschen, ohne vom Gesundheitsminister darüber informiert worden zu sein, über längere Zeit gefährliche Gifte zu sich genommen.

"Dass weder Gesundheitsminister Haupt noch Landwirtschaftsminister Molterer mit den laufenden Lebensmittel-Untersuchungsergebnissen an die Öffentlichkeit gehen wollen, beweist die Tatsache, dass die Lebensmittelagentur, die im morgigen Nationalrat beschlossen werden soll, keineswegs dazu verpflichtet ist, einen jährlichen Lebensmittelbericht vorzulegen”, kritisiert Pirklhuber. "Diese Bundesregierung ist auf die Agrarskandale wie Schweineskandal, BSE-Betrugsskandal und Etikettierungsschwindel jede Antwort schuldig geblieben”, so Pirklhuber.

Schon vor mehr als einem Jahr haben die Grünen im Landwirtschaftsausschuss einen Aktionsplan zur Reduktion des Pestizid-Einsatzes vorgelegt, der von den Regierungsparteien abgelehnt wurde. "Der Regierung ging es nur darum, die Zulassung von Pestiziden zu vereinfachen und den Einsatz zu verbilligen, über die Hintanhaltung von gesundheitlichen und Umweltschäden war man nicht bereit, zu diskutieren”, schließt Pirklhuber.

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