Heindl: Ein-Mal-Eins der Buchhaltung muss zum Standardrepertoire werden!

Lehre muss Qualifizierungsinstrument für Fachkräfte bleiben

Wien (PWK151) - "Die zuletzt präsentierte Studie des KSV gibt uns Recht: Das Handwerkszeug jedes gesunden heimischen Betriebes sind grundlegende Kenntnisse in der Buchhaltung", sagte heute der Geschäftsführer der Bundessparte Gewerbe, Helmut Heindl. Wenn drei von vier Firmen wegen grober Managementfehler in Konkurs gingen, würden bei ihm die Alarmglocken schrillen. Damit sei die überwiegende Mehrzahl der Pleiten hausgemacht. "Nur auf den Hausverstand zu setzen oder blindlings Aufträge ohne Deckungsbeiträge anzunehmen, führt unweigerlich in die Insolvenz. Das Ein-Mal-Eins der Buchhaltung darf nicht erst im Notfall ausgepackt werden, sondern muss zum Standardrepertoire jedes Firmengründers zählen", fordert Heindl. Ein entsprechender Schwerpunkt in der Lehrlingsausbildung sei daher unabdingbar.

Kritisch sei auch das Faktum zu sehen, dass 18 Prozent der wirtschaftlichen Misserfolge auf Kapitalmangel zurückzuführen seien. Aufgrund von Eigenkapitalschwäche und -mangel ergibt sich eine hohe Abhängigkeit der Betriebe von Bankfinanzierungen. Etwa die Hälfte der österreichischen Betriebe verfügt über kein buchmäßiges Eigenkapital. "Die Kehrseite ist, dass damit 65 Prozent der Betriebe kreditfinanziert sind. "Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Diskussion um Basel II am Höhepunkt ist, ist es besonders wichtig, auf die Bedeutung von externer Finanzierungen hinzuweisen, die die Eigenkapitalbasis von Unternehmen, die eine Rendite versprechen, zu stärken", forderte Heindl.

Zur Gewerbeordnung stellte Heindl nochmals klar, dass die Lehre das klassische Qualifizierungsinstrument für Fachkräfte bleiben müsse. Die Meisterprüfung habe drüber hinaus nicht nur den Stellenwert als formale Berechtigung zur Selbständigkeit und Ausbildung, sondern auch als Bestätigung des überdurchschnittlich hohe Niveaus sich ergänzender Fähigkeiten. Damit werde sowohl die fachliche als auch die betriebswirtschaftliche Qualifikation sichergestellt. "Gerade Meisterbetriebe zeichnen sich durch eine lange Überlebensdauer und eine geringe Insolvenzrate aus", schloss Heindl. (us)

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