271 Seiten Anklage: Fechters Fall

VIER PFOTEN-Kritik: Ermittlungen in Österreich verschleppt

Wien/Regensburg (OTS) - In Regensburg steht der mutmaßliche Hauptdrahtzieher des von den VIER PFOTEN vor mehr als einem Jahr aufgedeckten Medikamentenskandals in der Schweinemast, Roland Fechter, wegen seiner illegalen Praktiken bei der Abgabe von Medikamenten bzw. verbotenen Substanzen seit heute vor Gericht. Die Liste seiner Vergehen ist überaus lang: Mehr als 800 Delikte werden ihm zur Last gelegt, mit denen der findige Tierarzt voraussichtlich mehr als 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Illegale Aktivitäten auch in Österreich

Fechter ordinierte aber nicht nur in seiner Straubinger Tierklinik, sondern verfügte auch über eine vermeintliche Praxis im oberösterreichischen Altheim, die er ausschließlich als Medikamentenlager nutzte. Dort beginnend dehnte er seine Aktivitäten schließlich bis in die Steiermark aus. Über Kundenmangel konnte sich der Veterinär jedenfalls nicht beklagen: Seine billigen Medikamentenmischungen verkaufte er an über 400 österreichische Bauern und mehr als 900 in Deutschland. Um die Betreuung dieses unüblich großen Kundenstockes überhaupt bewältigen zu können, beschäftige Fechter elf Mitarbeiter, die zu einem guten Teil nicht einmal dazu berechtigt waren, seine Medikamente abzugeben.

Quo vadis Tiergesundheit

Für besonders schiefe Optik sorgte auch Fechters Tätigkeit im oberösterreichischen und steirischen Schweinegesundheitsdienst. Proklamierte Ziele beider Einrichtungen sind die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Tiere durch prophylaktische Betreuung sowie die Verbesserung der Haltungsbedingungen als Prävention. "Wenn sich jemand wie Roland Fechter über Tiergesundheitsdienste Eintritt in heimische Ställe verschaffen kann, sind diese Einrichtungen im derzeitigen Zustand mehr als in Frage zu stellen", kritisiert der Aufdecker des Schweinemast-Skandals, VIER PFOTEN-Nutztierreferent Michael Buchner.

Ermittlungen gegen Bauern und Tierärzte mittlerweile eingestellt Mehr als bedenklich findet Buchner auch das mangelnde Interesse der österreichischen Behörden, Gesetzesverstöße weiterer Tierärzte und Bauern zu ahnden. "Ermittlungen wurden aus fadenscheinigen, nicht nachvollziehbaren Gründen eingestellt", wundert sich der
VIER PFOTEN-Experte. In einem der Tierschutzorganisation vorliegenden Behördenakt wurde sogar bedauert, dass Ermittlungen gegen einen oberösterreichischen Bauern "aus personellen Gründen gepaart mit Aktendruck neuer Großermittlungen eingestellt werden".

Rückfragen & Kontakt:

Michael Buchner, VIER PFOTEN
Tel.: 8950202-45 oder 0664-1221367
Unsere Presse-Aussendungen findet ihr auch unter http://www.vier-pfoten.at i

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPF/VPF/OTS