AK kritisiert Novelle zum Forstgesetz

Rodungen von Waldflächen werden erleichtert

Wien (AK) - Heftige Kritik übt die AK an der Novelle zum Forstgesetz, die morgen, Mittwoch, im Parlament beschlossen werden soll. Nachdem die Regierung die Bundesforste gesetzlich verpflichtet hat, Wald zu verkaufen, will sie jetzt die Rodung von Waldflächen erleichtern. Damit sind Spekulationen Tür und Tor geöffnet, kritisiert die AK. Besonders in waldarmen Gegenden und Siedlungsgebieten ist die Abholzung auch kleiner Waldflächen ökologisch bedenklich. Die kleinfächigen Rodungen werden durch das neue Forstgesetz sprunghaft ansteigen, bemängelt die AK. Die Novelle zum Forstgesetz ist alles andere als nachhaltig, wie Regierungsvertreter behaupten, stellt die AK fest. Darüber hinaus kritisiert die AK, dass in der beschlossenen Novelle die Wegefreiheit für Mountainbiker auf Forststrassen nicht berücksichtigt wurde. ****

Das Forstgesetz hat bisher versucht, das Interesse der Waldbesitzer und das der Erholungssuchenden wahrzunehmen. Nun will der Landwirtschaftsminister unter dem Deckmantel "Bürokratieabbau" das öffentliche Interesse am Wald einschränken, statt weiterentwickeln. Neu ist, dass Rodungen bis 1000 Quadratmeter nicht mehr bewilligungspflichtig sein sollen und, dass öffentliches Interesse nicht mehr gefragt ist. In bestimmten Gegenden kann sich dadurch der Quadratmeter-Preis auf ein Hundertfaches erhöhen. Die Umwidmung auf Bauland ist möglich, wenn erst mal der Wald abgeholzt ist. Da hilft es nichts, wenn in manchen Gegenden der Wald jährlich mehr nachwächst als genutzt wird, stellt die AK fest. Entscheidend wäre vor allem, festzuhalten, wo Wald im öffentlichen Interesse nicht gerodet werden sollte. Der Willkür ist mit dem neuen Gesetz Tür und Tor geöffnet, kritisiert die AK.

Längst überfällig und trotzdem in der Novelle nicht berücksichtigt, so die AK, ist die Wegefreiheit für Montainbiker auf Forststrassen. Andere Länder mit ähnlicher Topographie sind da viel fortschrittlicher. So haben Bayern und die Schweiz die Forststrassen für Radfahrer bereits geöffnet. Ein modernes Forstgesetz soll ein funktionierendes Nebeneinander von Wanderern, Radfahrern und Jagd-und Forstwirtschaft schaffen. Dies wäre für viele Tourismusregionen Österreichs überlebenswichtig, stellt die AK fest. Laut der Novelle ist die Nutzung von Forststrassen, die mit Fördermitteln errichtet wurden, weiterhin vom Einverständnis der Waldbesitzer abhängig, kritisiert die AK.

Die AK fordert:
+ Keine Rodungen von Waldflächen gegen öffentliche Interessen
+ Kein Aussperren der Bevölkerung durch neue gesetzlich Waldsperren + Freigabe von Forststrassen für Mountainbiker nach dem bayrischen und schweizer Modell.

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