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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Sehr geehrter Herr Frauenminister!

Utl.: Ausgabe vom 24. Feb. 2002=

Jetzt hat es Frau aber gesagt bekommen: Beruf?
Selbstverwirklichung? Karriere? Wohlstand? Pfui. So etwas will man nicht. Kinder bekommen, Mama werden, das ist Lebenszweck - sprachen sinngemäß Sie, Herr Frauenminister Haupt.

Auf die nahe liegendste Idee freilich sind Sie nicht gekommen. Können sie auch nicht gekommen sein: dazu sind Sie vom Alltagsmenschen zu weit entfernt. Ihre Wirklichkeit hat mit der Wirklichkeit des Durchschnitts-Österreichers herzlich wenig zu tun. Dazwischen klafft die finanzielle Lücke. Herr Minister, es sind nicht alleine Karrieregeilheit und Verwirklichungstrip, die Frau in die Berufswelt zwingen. Zwei Drittel arbeiten, weil der männliche Alleinverdiener die Lebensaufgaben nicht bestreiten kann. So einfach ist das. Und derart simpel, dass man es nur allzu gerne ignoriert...

Die Ignoranz freilich ist nicht zuletzt Selbstzweck der Politik:
Müsste doch der einfachen Wahrheit das Eingeständnis folgen: Das Kindergeld wird am Geburtenrückgang aber schon gar nichts ändern. Ein Blick auf die Tatsächlichkeit hätte genügt: Es sind berufstätige Frauen, die sich Kinder kaum "leisten" können. Zum einen, weil sie von ihrem Monatsverdienst auf 6000 Schilling zurückgeworfen werden. Zum anderen, weil sie nach der Karenz vor dem Rätsel Kinderbetreuung stehen.

Herr Minister, es bedarf zweier Pflichtküren: Den Einkommensentfall während der Karenz annähernd zu kompensieren und Kinderbetreuung nicht dem Zufall zu überlassen. Es sei denn, Sie ziehen das Prinzip Hoffnung dem Tun vor...

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