POVYSIL: "Anarchie" versus "Bürokratie" - Die Kunsthalle Wien auf Expansionskurs?

Wien, 2002-02-23 (fpd) - "Der jüngste Streit um das Beziehen neuer Räume durch die Kunsthalle Wien erregt zur Zeit die Gemüter. Ihr Leiter, Gerald Matt, versucht mit Hilfe des Druckes der Öffentlichkeit zu bedeutend mehr Büroflächen zu kommen.", umschrieb heute die freiheitliche Obfrau des parlamentarischen Kulturausschusses Brigitte Povysil das Dilemma.****

"Seit Bezug des Museumsquartiers hat die Gemeinde Wien für die Kunsthalle Büroflächen in einer Größenordnung von 440m² bestellt. Als zwischenzeitliche Lösung, bis diese vereinbarten Flächen fertig renoviert wurden, hat die Leitung des Museumsquartiers dem Museum "nur" 329m² zur Verfügung gestellt - und davon hat man der Kunsthalle auch nur die Betriebskosten verrechnet. Die Miete wurde als Subvention durch die Gemeinde beglichen", sagte Povysil.

"Nun sind die bestellten 440m² fertiggestellt, die Leitung der Kunsthalle hatte versprochen umzuziehen, damit die alten Büros restauriert und an junge, innovative Kunstinstitutionen vermietet werden können. Hier spießt es sich plötzlich, weil Gerald Matt nicht mehr mit 440m² auskommt, sondern darüber hinaus weiteren Platz, mehr als 100m² zusätzlich für seine Institution beansprucht. Dies war aber niemals vereinbart, und deshalb wurde hierfür zur Abdeckung der Restaurationskosten der zusätzlichen Flächen ein Mietpreis, der über den reinen Betriebskosten steht, veranschlagt.", resümierte die Kultursprecherin der FPÖ.

"Wenn wir genau sind, sollten wir uns fragen, warum die Kunsthalle Wien, die im Jahr 2001 noch mit 329m² auskam, jetzt plötzlich so viele Quadratmeter mehr benötigt? Braucht sie diese zu Repräsentationszwecken, oder ist der Verwaltungsapparat so sehr angewachsen? Die übrigen Museen versuchen - den Kulturberichten zufolge - effektives Personalmanagement zu betreiben, um konkurrenzfähiger zu werden und weniger Subventionen zu benötigen. Kann es sein, daß die Kunsthalle hier einen anderen, eigenen Weg geht?"
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