Blecha zur Reform der Strafprozessordnung: Opferinteressen stärken - Rechtsbeistand verankern

PVÖ und "Weißer Ring" starten Kampagne zum Schutz älterer Menschen vor Verbrechen

Wien (SK) Eine "Stärkung der Interessen der Opfer" sowie die "gesetzliche Verankerung eines Rechtsbeistands für die Opfer", fordert der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), Karl Blecha, im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Strafprozessordnung. Für Blecha ist die Reform der Strafprozessordnung "überfällig", denn sie bringe die Chance zur verstärkten Berücksichtigung von Opferinteressen, so der PVÖ-Vorsitzende am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Deshalb habe der PVÖ auch einen entsprechenden Forderungskatalog zusammengestellt.****

"Jeder beschuldigte Angeklagte hat einen Anspruch auf einen Anwalt -das eigentliche Verbrechensopfer hat dieses Recht nicht. Gerade viele ältere Menschen werden dadurch zweifach zum Opfer. Nach einem Diebstahl, einem Raub oder gar nach einem Gewaltverbrechen stehen die Opfer nicht nur hilflos, sondern auch noch recht- und schutzlos da", so Blecha weiter. Zu den körperlichen und seelischen Schmerzen als Folge würde noch dazukommen, dass ältere Menschen bei einem Verfahren nicht wüssten, was auf sie zukommt. Zumeist würde ihnen auch das Geld für den Anwalt fehlen, gab der PVÖ-Präsident zu bedenken.

"Auch die Frage des Schadenersatzes für Verbrechensopfer muss endlich gelöst werden", verlangt Blecha. "Opfer, die im Zivilprozess gegen die Täter gewinnen, kommen nie zu ihrem Geld, weil die Verurteilten häufig mittellos sind. Deshalb wäre ein Modell wie beim Unterhaltsvorschuss hier die Lösung", schlug Blecha vor. Damit unterstützt der PVÖ-Präsident einen Vorstoß des Jugendgerichtshof-Präsidenten Udo Jesionek.

Gemeinsam mit Jesionek, der auch der Opferhilfe-Organisation "Weißer Ring" vorsteht, ist Blecha in einem Gespräch übereingekommen, diesen Vorstoß zu unternehmen. Gleichzeitig wird eine groß angelegte Aufklärungs- und Präventionskampagne zum Schutz älterer Menschen vor einem Verbrechen gestartet, erörterte Blecha weiter. "Der Weiße Ring und der Pensionistenverband Österreichs sehen sich als Schutz- und Interessenorganisationen der älteren Generation. Zur anwaltlichen Betreuung bedarf es auch der seelischen Hilfe. Nach einem Verbrechen sind viele Menschen derartig geschockt, dass sie sich nicht mehr in ihre Wohnung trauen oder alleine auf die Straße können. Besondere Angst haben die Opfer, wenn sie vor Gericht dem Täter wieder gegenüberstehen müssen - hier bedarf es in jedem Fall professioneller Betreuung und Hilfe", betonte Blecha abschließend. (Schluss) hm/mm

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