"profil": Reichhold: "Adamovich mag recht haben"

FP-Verkehrsminister geht auf Distanz zu Haiders Angriffen auf VfGH-Präsidenten - "uneingeschränkte Loyalität" gilt Riess-Passer -kritisiert Post-Vorstand - will nicht zusehen, "wie ein Postamt nach dem anderen zugesperrt wird"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" geht der neue Verkehrsminister Mathias Reichhold auf Distanz zu jenen Äußerungen, die Jörg Haider am Aschermittwoch im oberösterreichischen Ried über Verfassungsgerichtshofspräsident Ludwig Adamovich getätigt hat. Haider hatte unter anderem gemeint, "wenn einer Adamovich heißt, muss man fragen, ob er eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat".

Der Verkehrsminister zeigt in diesem Zusammenhang Verständnis für die Reaktionen des Verfassungsgerichtshofspräsidenten. Reichhold: "Es darf natürlich nicht der Eindruck entstehen, man setze sich über rechtsstaatliche Einrichtungen hinweg. So gesehen mag Adamovich recht haben." Er fände Haiders diesbezügliche Äußerungen zwar nicht amüsant, Veranstaltungen wie Aschermittwoch-Rede des Kärntner Landeshauptmanns hätten aber "eigene Gesetze", was dort gesagt werde sei "nicht nur ernst zu nehmen".

Drohungen Haiders, im Zusammenhang mit dem Ortstafel-Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs die Mittel für zweisprachige Kindergärten zu kürzen, bezeichnet Reichhold im "profil"-Interview als "reflexartige Reaktion".

Der FPÖ-Verkehrsminister, der als einer der engsten Vertrauten von Jörg Haider gilt, äußert sich über sein Verhältnis zum Kärntner Landeshauptmann auffallend zurückhaltend. Reichhold: "Meine Freundschaft zu Haider ist weder heiß noch kalt. Als ehemalige Oppositionsbewegung müssen wir heute durch gute sachliche Arbeit überzeugen. Das weiß auch Jörg Haider."

Er sage "ganz unverblümt: Meine Chefin ist Bundesparteiobfrau Riess-Passer, sie hat meine uneingeschränkte Loyalität." Im Zusammenhang mit Haiders Reise nach Bagdad meint Reichhold, dass "ein derartiger Besuch natürlich das Risiko hat, von einem Regime vereinnahmt zu werden, was man bedenken sollte".

Als Verkehrsminister, der ressortmäßig auch für die Post zuständig ist, wolle er dem Vorstand des Unternehmens "nicht über die Medien drohen". Er werde aber "auf keinen Fall zusehen, wie hier drübergefahren und ein Postamt nach dem anderen zugesperrt wird". Er habe nämlich den Eindruck, "das sich der Post-Vorstand nicht sonderlich bemüht", auf die Angebote der betroffenen Gemeinden einzugehen, um die Schließung von Postämtern zu verhindern.

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"profil"-Redaktion

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