Stellungnahme der Gletscherbahnen Kaprun AG zu verschiedenen Vorwürfen, die am 22. Februar 2002 in diversen Medien wiedergegeben wurden

Kaprun (OTS) - Zu Aussagen, dass die "Kapruner Todesbahn" gar
nicht fahren hätte dürfen, halten wir nochmals fest, dass dies schlicht unwahr ist. Die Umbauarbeiten im Alpincenter haben nichts mit dem Betrieb der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn zu tun. Hinzu kommt, dass die Gletscherbahnen Kaprun AG selbstverständlich im Besitz einer gültigen Betriebsbewilligung für die Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn war. Diese Betriebsbewilligung ist von der zuständigen Eisenbahnbehörde (Verkehrsministerium) erteilt. Die in diesem Zusammenhang genannte "Bauvollendungsanzeige" bezieht sich nicht auf den Betrieb der Standseilbahn, sondern einzig auf das Alpincenter am Kitzsteinhorn. Das Alpincenter, dessen kleinster Teil die Bergstation der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn ist, beherbergt Restaurants, Shops sowie Servicestellen.

Bauvollendungsanzeige hat keinen Zusammenhang mit der Unfallursache

Zur Bauvollendungsanzeige halten wir fest: Es ist richtig, dass die Bauvollendungsanzeige von Seiten der bauausführenden Firma Ende Oktober 2000 an die Gletscherbahnen Kaprun AG übermittelt wurde. Mit dieser Anzeige teilt die bauausführende Firma dem Auftraggeber mit, dass alle notwendigen Arbeiten, Einbauten etc. durchgeführt und dass alle den Bauvorschriften entsprechenden Arbeiten abgeschlossen wurden. Die Bauvollendungsanzeige wurde nach dem 11.11.2000 an die Baubehörde übermittelt.

Anwalt der Gletscherbahnen Kaprun AG warnt vor Vorverurteilungen

Zu Aussagen von Seiten der Staatsanwaltschaft, dass "bei Einhaltung der Bescheidauflagen.das Unglück also verhindert werden hätte können", stellt der Anwalt der Gletscherbahnen Kaprun AG, Dr. Georg Karasek, fest, "dass die Übermittlung der Bauvollendungsanzeige an die Behörde keinen Zusammenhang mit der Unfallursache, nämlich dem Brand der Standseilbahn im Tunnel, hat." Karasek gibt seiner Verwunderung darüber Ausdruck, "dass die Staatsanwaltschaft immer wieder in den Medien wertende Äußerungen tätigt und so zu einer Vorverurteilung beitragen kann." Zu der heute vom leitenden Staatsanwalt Dr. Ginthör in der APA wiedergegebenen Aussage "Wenn der Bahnhof nicht gesichert ist, darf kein Zug einfahren.", stellt Karasek fest, dass "sich auch Staatsanwälte an die Gesetze zu halten haben. Nach § 23 Mediengesetz ist eine Einflußnahme auf ein Strafverfahren verboten und strafbar. Abgesehen davon war der Bahnsteig sowie der Weg ins Freie sehr wohl gesichert und damit der Betrieb der Standseilbahn zulässig."

Unfallursache ist zum Einbau ungeeigneter Heizstrahler

Am 6. September 2001 wurde von Seiten des Gerichts der Untersuchungsbericht zur Unfallursache vorgelegt. Aus diesem Bericht geht eindeutig hervor, dass ein von der Fa. Swoboda vorschriftswidrig eingebauter Heizstrahler Unfallursache ist. In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals betonen, dass die Gletscherbahnen Kaprun AG bei der Fa. Swoboda einen Zug in Auftrag gab, der allen behördlichen Vorschriften, Ö-Normen sowie dem Stand der Technik entspricht. Dass die Fa. Swoboda einen nicht zum Einbau geeigneten Heizstrahler in den Zug einbrachte, macht uns zutiefst betroffen. Wir möchten des weiteren festhalten, dass die Gletscherbahnen alle behördlichen Vorschriften und Auflagen erfüllt hat und dem entsprechend die behördlichen Genehmigungen erhielt und der Betrieb somit selbstverständlich zulässig war.

Gletscherbahnen Kaprun AG behält sich rechtliche Schritte vor

Zu den Aussagen, die in der Kronen Zeitung vom 22. Februar 2002 wiedergegeben werden, dass kurz nach der Inbetriebnahme der Gletscherbahnen im Jahr 1994 Mängel auftraten und es daraufhin zu einem Prozess gekommen sei, bei dem ausgesagt wurde, dass "der Kunde - also die Gletscherbahnen Kaprun - überzeugt werden musste, dass keine Meldung an die Behörden gemacht wird..." halten wir fest:
Offenbar hat die Fa. Swoboda mit einem ihrer Sublieferanten einen Prozess geführt, in den die Gletscherbahnen Kaprun AG in keiner Weise involviert war. Es liegen eidesstättige Erklärungen der Vorstandsmitglieder des Unternehmens vor, in denen diese erklären, niemals von der Fa. Swoboda oder einem Sublieferanten mit einem derartigen Ansinnen konfrontiert worden zu sein. Die Gletscherbahnen Kaprun AG wird, gegen den Geschäftsführer der Fa. Swoboda gerichtlich mit aller Schärfe vorgehen, wenn er diese Aussage aufrecht erhält.

Behörden wurden niemals "hinters Licht geführt"

Zu der in diesem Zusammenhang getätigten Aussage "Die Behörden wurden hinters Licht geführt" sowie in der Kronen Zeitung vom 22. Februar 2002 getätigten Feststellung "Mängel vor Behörden geheim gehalten", halten wir fest: Von Seiten der Gletscherbahnen Kaprun AG wurden weder Mängel geheim gehalten, noch Behörden hinters Licht geführt. Die Gletscherbahnen Kaprun AG hat alle behördlich vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt und wurde auch bei der Überprüfung durch den TÜV im Jahr 1997 keinerlei Mängel festgestellt und beanstandet. Karasek: "Sollte der Geschäftsführer der Fa. Swoboda, Herr Vockenhuber, den Behörden sicherheitsrelevante Mängel verschwiegen haben, wird dies im Strafverfahren entsprechend zu würdigen sein."

Gletscherbahnen Kaprun AG leitet gerichtliche Schritte gegen Dr. Hinterwirth ein

Zu Aussagen des Anwaltes Dr. Jürgen Hinterwirth, dass "aus rein wirtschaftlichen, raffgierigen Überlegungen...man bewusst schwerste Sicherheitsmängel in Kauf genommen" hat sowie zu seiner Aussage, wiedergegeben in der Kronen Zeitung vom 22. Februar 2002: "Die Beschuldigten haben gröbste Fahrlässigkeiten zu vertreten, durch die es, wie ich glaube, erst zu diesem Inferno kommen konnte.", hält die Gletscherbahnen Kaprun AG fest, dass sie gegen Dr. Hinterwirth gerichtliche und disziplinäre Schritte eingeleitet hat.

Rückfragen & Kontakt:

Gletscherbahnen Kaprun AG
Harald Schiffl
Unternehmenssprecher
Tel. +43ö664ö20 11 999

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOC/HOC/OTS