Echerer verlangt Debatte über Urhebervertragsrecht

EU-Info-Richtlinie zu schwach um Urheber ausreichend zu stärken

OTS (Wien) - Bis zum 22. Dezember 2002 muss Österreich die EU-Info-oder Copyright- Richtlinie im nationalen Recht umsetzen. Ziel dieser Richtlinie ist die Stärkung der Position von Urhebern kreativer Werke (Musiker, Autoren, Filmschaffende). In der Realität greifen die Maßnahmen aber zu kurz. "So lange die vertragliche Position der Urheber nicht durch ein Urhebervertragsrecht gesichert ist, wird auch die neue Info-Richtlinie, weiterhin nur Produzenten und Verwertern Vorteile bringen.” erklärt die Grüne EU-Abgeordnete Mercedes Echerer.

Die Info-Richtlinie schafft einige Verbesserungen für den Urheber. So muss z.B. ein Urheber, in Zukunft, die Einwilligung zur Wiedergabe seines Werkes (Musik, Film) geben und er erhält das Recht, sie zu verbieten.

Die großen Probleme werden dadurch aber nicht gelöst. By-out- oder Knebelverträge, die in Österreich üblich sind, werden nicht verhindert. Mit solchen Verträgen werden Urheber dazu gezwungen, durch eine einmalige Abgeltung auf weitere finanzielle Forderungen zu verzichten, auch wenn sich ihr Werk als kommerzieller Erfolg erweist. "Die scheinbare Stärkung des Urhebers durch die Info-Richtlinie ist also faktisch eine Stärkung der Verwerter. Um solche Geschäftspraktiken zu verhindern braucht Österreich ein starkes Urhebervertragsrecht, das Urhebern das Recht gibt, an der weiteren Verwertung ihrer Werke teil zu haben oder notfalls auch vom Vertrag zurückzutreten”, so Echerer.

Eine weitere Forderung der Grünen, um die Position von Urhebern im globalen Markt der Informationsgesellschaft tatsächlich zu stärken, ist die Schaffung von mehr Transparenz, Mitbestimmungsrecht und Effizienz zwischen Verwertungsgesellschaften und Urhebern (Novellierung des Verwertungsgesellschaftsrechts).

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