Nachhaltiges Wirtschaften bringt wirtschaftliche Vorteile

Mitterlehner präsentiert 5 Thesen der Wirtschaft für Nachhaltigkeit -"Nachhaltigkeitspolitik nur im internationalen Gleichklang"

Wien (PWK141) - Österreichs Unternehmer haben in den vergangenen Jahren beträchtliche Anstrengungen unternommen, um das vor zehn Jahren beim Weltgipfel in Rio definierte Leitbild der "nachhaltigen Entwicklung" in die Praxis umzusetzen. So wurde der Energieverbrauch, bei gleichzeitiger Steigerung der Produktion, in vielen Betrieben um bis zu 20 Prozent gesenkt. Die Schwefeldioxidemissionen konnten in den letzten 15 Jahren gar um 90 Prozent reduziert werden.

"Allein die Tatsache, dass wir beim heutigen Dialog zur nachhaltigen Entwicklung in der Hofburg als Mitveranstalter auftreten, beweist, dass die Wirtschaft Nachhaltigkeit als Chance begrüßt", stellte der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Reinhold Mitterlehner, Freitag Mittag in einem Pressegespräch im Rahmen der Nachhaltigkeitskonferenz fest. Mit am Podium saßen Umweltminister Wilhelm Molterer, WWF-Präsident Helmut Pechlaner und als Gast der amerikanische Zukunftsforscher John Naisbitt. Naisbitt ("Does Sustainability have a Future?") und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatten zuvor am Vormittag Grundsatzreferate zum Tagungsthema Nachhaltigkeit gehalten.

Nachhaltiges Wirtschaften ist durchaus auch von der Kostenseite her interessant. "Die Unternehmen können damit auch Kosten senken", betonte Mitterlehner. Andrerseits ist die Nachhaltigkeit vielen Konsumenten ein Anliegen und damit zu einem interessanten Marketingaspekt geworden.

Die Umsetzung der Nachhaltigkeit wird von der Wirtschaftskammer in der Praxis tatkräftig unterstützt. Als Beispiele nannte Mitterlehner die Cluster-Angebote, WIFI-Zertifizierungen sowie die Schulung und Beratung von auf Umweltschutz spezialisierten Mitarbeitern.

Mit 350 zertifizierten Betrieben liegt Österreich bei der Einführung des EMAS-Umweltmanagementsystems an der Europaspitze. Viele Betriebe weiten dieses System zu einem "Nachhaltigkeitsreporting" aus, bei dem neben der Wirtschaftlichkeit auch Punkte wie Arbeitssicherheit, Arbeitszufriedenheit und ethische Aspekte geprüft werden.

Wie Mitterlehner weiters hervorhob, verfolgt die Wirtschaft innovative Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit. Bei der Realisierung der Ziele im Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsbereich müsse allerdings auf Ausgewogenheit und eine "win-win-win"-Konstellation geachtet werden. Dazu nannte Mitterlehner folgende "fünf Thesen der Wirtschaft für Nachhaltigkeit" als Voraussetzung:
Freiwilligkeit vor hoheitlichen Lösungen,
Nachhaltigkeit nur im internationalen Gleichklang, Bewusstseinsbildung der Konsumenten als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten (Wirtschaft, öffentliche Stellen, NGOs etc),
weniger Bürokratie
sowie einen "Sustainable Impact Check" bei Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa nach dem Vorbild der heutigen Kostenangaben bei Gesetzen. "Wenn die Ausgewogenheit der drei Säulen - Wirtschaft, Umwelt, Soziales - nicht gegeben ist, ist die Maßnahme nicht weiter zu verfolgen. Einseitige Belastungen für die Wirtschaft entsprechen nicht den Prinzipien der Nachhaltigkeit", stellte Mitterlehner abschließend fest. (hp)

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