Maßnahmen gegen Digital-Piraten wieder erfolgreich

Wirtschaftspolizei deckt weitere Digital-Piraten auf: Wiener Schwarzhändler ist geständig

Wien (OTS) - Der Wirtschaftpolizei ist es am Donnerstag bei zwei Hausdurchsuchungen in Wien gelungen einen "TV-Piraten" aufzudecken. Dabei wurde zahlreiches Material sichergestellt: Karten-Lese- und Schreibgeräte sowie Piraten-Software und illegale Daten. Wie groß der Wirkungskreis der Dealer war ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Premiere Österreich kündigt unterdessen weitere Maßnahmen an.

Herbert K. bekam am Donnertag Besuch der Wirtschaftpolizei. Der Grund: Verdacht auf "digitale Piraterie". Demnach habe Herr K. mit manipulierten Karten gehandelt, die seinen Kunden illegalen Zugang zu verschlüsselten TV-Sendern wie z.B. Premiere oder ORF verschafften. Die Polizei stellte zahlreiches Beweismaterial sicher, der Überführte ist geständig. Laut Premiere-Anwalt Dr. Egon Engin-Deniz vom Büro CMS Wien handelt es sich um Fälle der Manipulation von originalen SmartCards, die ohne Abonnement freigeschaltet wurden. Die Kosten solcher Karten scheinen oft in den Rechnungen der Schwarzhändler nicht auf oder werden in überhöhte Hardwarekosten verschleiert.

Die Folgen von Piraterie sind vielfältig und schaden breite Personen- und Firmenkreise. Zu den geschädigten Unternehmen zählen Programmproduzenten, -anbieter, der gesamte Elektrofachhandel, Hersteller von Endgeräten u.a..

Darüber hinaus werden Konsumenten immer öfter Opfer von illegalen Angeboten, die teurer sind als die Originalangebote der Dienstanbieter. Der Erwerb der illegalen Karten wird teuer bezahlt:
die Konsumenten zahlen zumal einen überhöhten Preis für Empfangsgeräte und müssen zusätzlich bei regelmäßigen Ausfälle der Karten nicht nur bis zu EUR 50,- zahlen, sondern auch bis zu zwei Wochen auf die neuen Karten warten. Piraterie taucht oftmals in Form von Banden- oder organisierter Kriminalität auf, und kann in Verbindung mit weiteren Delikten, wie z.B. Steuerhinterziehung, stehen.

Unterstützt wird die Polizei bei der Vorbereitung durch Mitarbeiter von Premiere und der Task Force "E-Security" der KirchGruppe. Die "E-Security" ist zuständig für alle operativen Maßnahmen des Medienkonzerns gegen die Smart-Card-Piraterie. Sie ermittelt eigenständig, unterstützt Polizei bei ihrer Arbeit und erstattet in vielen Fällen Anzeige im Namen von Premiere und anderen europäischen Abo-TV-Anbietern. Außerdem analysiert sie die technische Sicherheit eingesetzter Verschlüsselungssysteme und beobachtet die Hacker- und Dealer-Szene.

Erst vor wenigen Wochen wurde der erste konkrete Fall von Digital-Piraterie in Österreich bekannt. Mittlerweile wurde vom Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den betroffenen Händler aus Oberösterreich ausgesprochen. Das Verfahren ist anhängig.

In den vorliegenden Fällen in Österreich wird wegen Verletzung des Betriebsgeheimnisses und Urheberrechtlichen Strafbeständen ermitteilt. Weiters wird von einer Verletzung des Zugangskontrollgesetzes ausgegangen. Den betroffenen Personen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

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Michael Grimm
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