Baugewerbe wehrt sich gegen Vorwurf des Steuerbetruges

Tschepl: "Das Finanzministerium soll sich auf die längst überfällige Umsetzung von Konjunkturbelebungsmaßnahmen und Pfuscherbekämpfung konzentrieren, anstatt Bauunternehmen zu kriminalisieren!"

Wien (PWK139) - Der Geschäftsführer der Bundesinnung Bau, Günter Tschepl, wehrt sich gegen die undifferenzierten Aussagen von Staatssekretär Finz, im Baugewerbe sei der Vorsteuerbetrug am größten und daher rigorose Kontrollen erforderlich.

"Das Finanzministerium sollte sich besser auf die Verfolgung des privaten Pfusches konzentrieren, als eine Unternehmerhatz zu starten und eine ganze Branche zu kriminalisieren", führt Tschepl aus. "Während die Bauwirtschaft darniederliegt, sieht der Fiskus tatenlos zu, wie das "Krebsgeschwür Pfusch", das mittlerweile mit über 7 Mrd. € den offiziellen Bauproduktionswert deutlich überschritten hat, unaufhaltsam wuchert", so Tschepl weiter. Dem Staat entgehen dadurch jährlich Milliarden an Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen, während gleichzeitig ein Heer von Bauarbeitslosen finanziert werden muss, deren potentielle Arbeitsplätze von Pfuschern blockiert werden.

Anfang Dezember 2001 wurde ein Konjunkturbelebungspaket 2002 angekündigt, das immer noch nicht beschlossen wurde. "Es bleibt zu hoffen, dass das Konjunkturbelebungsgesetz 2002 noch beschlossen wird, bevor der nächste Winter ins Land zieht", betont Tschepl.

"Es wäre wichtiger, sich im Finanzministerium intelligente fiskalische Ansätze zur Vermeidung der Schattenwirtschaft zu überlegen, statt Bauunternehmen zu schikanieren", fordert Tschepl. Bis dato sind jedoch alle Vorschläge wie zum Beispiel eine Mehrwertsteuerrückvergütung für Bauleistungen nach dem "Luxemburger Modell", die von der EU-Kommission empfohlene und im Ausland erfolgreich praktizierte Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für arbeitsintensive Bauarbeiten, die Bindung der Wohnbauförderung an Dienstleistungsrechnungen sowie die Förderung thermischer Gebäudesanierung aus mangelndem Umsetzungswillen und fehlender Courage seitens des Finanzministeriums gescheitert, so Tschepl abschließend. (MH)

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