Lehrbetriebe im Tourismus stellen sich dem Wettbewerb

Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WK Salzburg startet 2002 erneut Wettbewerb um den besten Lehrbetrieb im Tourismus

Salzburg, 22. Februar 2002/WK Sbg. "Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe hängt in hohem Maß von der Qualität der Ausbildung der zukünftigen Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte ab. Aus diesem Grund wollen wir heuer erneut die besten Ausbildungsbetriebe Salzburgs im Tourismus prämieren", begründet Sparten-Geschäftsführer Dr. Irmbert Ettlmayr die aktuelle Initiative. "Wir wollen zeigen, dass es im Bundesland Salzburg viele Betriebe gibt, die Spitzenleistungen in der Lehrlingsausbildung erbringen. Wir wollen damit gleichzeitig das öffentlich gezeichnete unrichtige Bild einer Branche korrigieren, die Lehrlinge angeblich vielfach nicht entsprechend ausbildet", erklärt Ettlmayr einen weiteren Beweggrund.<p>
Lehrlingsausbildung weiterhin auf hohem Niveau<p>
Wären die Arbeitsbedingungen tatsächlich so schlecht, könnte die Branche nicht seit mehreren Jahren stetig steigende Ausbildungszahlen melden, während die Zahl der Lehrlinge in anderen Sektoren stagnierte. Allein zwischen 1996 und 1999 stieg die Zahl der Lehrlinge um über 13,3% und liegt derzeit bei 1539 (Lehrlingsstatistik der WK Salzburg 2001). Gegenüber 2000 gab es nur einen marginalen Rückgang um 39 Lehrlinge.<p>
"Diese leichte Verminderung hat allerdings nichts mit den angeblich schlechten Lehrbedingungen zu tun, sondern beruht auf Sonderfaktoren", so Ettlmayr:<p>
C Aufgrund der Lehrlingsoffensive 1999/2000 wurden überproportional viele Lehrstellen angeboten. Das Angebot befindet sich weiter auf hohem Niveau: Mit Stand 11. 2. 2002 waren allein im Tourismus 229 offene Lehrstellen gemeldet.<p>
ä Gleichzeitig ist generell mit einer sinkenden Lehrstellennachfrage allein aufgrund der Entwicklung der Geburtenziffern zu rechnen.<p> G Weiters müssen die touristischen Lehrberufe - wie alle anderen traditionellen Ausbildungsberufe - im Zuge des harten Wettbewerbs am Lehrstellenmarkt gegenüber neuen Lehrberufen Marktanteile abgeben.<p>
Vehement widerspricht Ettlmayr den in letzter Zeit kursierenden Behauptungen von überproportionalen Austritten aus touristischen Lehrberufen. Bis zum Jahr 2000 konnte ein stetiges Absinken der Drop-Out-Quote festgestellt werden. Erst im Jahr 2001 zeigt sich ein geringfügiger Anstieg. Die Begründung liegt jedoch nicht in einer gestiegenen Unzufriedenheit der Lehrlinge oder Lehrherren, sondern in einer geänderten gesetzlichen Lage.<p>
So kann der Lehrling, um festzustellen, ob ihm ein Lehrberuf zusagt, nicht wie früher nur zwei Monate Probezeit beanspruchen, sondern hat die Möglichkeit eines dreimonatigen Probezeitverhältnisses, während dem er jederzeit, ohne Angabe von Gründen und ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, das Lehrverhältnis auflösen kann. Dies führte dazu, dass die Auflösung während der Probezeit im Verhältnis zum Jahr 2000 von 95 auf 143 Lösungen während der Probezeit anstieg.<p>
Im Gegenzug ist ein Sinken der anderen Beendigungsarten des Lehrvertrages (Auflösung durch den Lehrherren bzw. durch den Lehrling) festzustellen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die einseitige Lösung des Lehrverhältnisses durch den Lehrling erstmals stark gesunken ist, was den Schluss zulässt, dass die Verlängerung der Probezeit hauptsächlich im Interesse der Lehrlinge ist.<p>
Betriebe schaffen sich Qualitätsimage<p>
Dr. Ettlmayr erinnert daran, dass auch immer wieder Salzburger Lehrlinge Spitzenplätze bei Berufswettbewerben erreicht haben. "Wir wollen dieses hohe Niveau der Lehrlingsausbildung in Salzburger Gastronomie-, Hotellerie- und Freizeitbetrieben halten bzw. ausbauen", erklärt Dr. Ettlmayr: "Wir möchten daher alle lehrlingsausbildenden Betriebe einladen, sich um die Auszeichnung als hervorragender Lehrbetrieb 2002 zu bewerben."<p> Ausgezeichnete Unternehmen haben nicht nur die Chance, die besten jungen Leute als Lehrlinge zu bekommen, sie schaffen sich auch ein Qualitätsimage. Mit der Auszeichnung, die für ein Jahr vergeben wird, ist das Führen einer Plakette verbunden. Die Auszeichnung kann auch wieder entzogen werden.<p>
Die wichtigsten Voraussetzungen für die Teilnahme:<p>
D Der Betrieb muss derzeit ausbilden, mindestens 2 Lehrlinge müssen in den letzten vier Jahren ausgebildet worden sein.<p>
8 Ausstattung, Führung und Organisation des Betriebes müssen auf aktuellem Stand sein.<p>
a Die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen müssen eingehalten werden.<p>
q Es gibt eine schriftliche Ausbildungsplanung.<p>
Eine Jury (Mitglieder des Aus- und Weiterbildungsausschusses der Sparte Tourismus) prüft anhand von genau definierten Kriterien den Bewerber. Dazu gehören unter anderem folgende Bewertungen:<p> ! Der Lehrberechtigte hält regelmäßig Kontakt mit Eltern und Berufsschule.<p>
Ü Der Betrieb bietet Zusatzunterricht oder Lernhilfen an.<p> d Lehrlinge und Lehrberechtigte besuchen fachliche bzw. ausbildungsorientierte Weiterbildungsveranstaltungen.<p>
ö Die Firma honoriert hervorragende Leistungen in Betrieb oder Berufsschule durch Prämien.<p>
? Lehrlinge nehmen an Wettbewerben teil und haben hervorragende Platzierungen erreicht.<p>
Detaillierte Antragsunterlagen mit sämtlichen Voraussetzungen und Kriterien können im Büro der Auszeichnungskommission (Fachgruppe Gastronomie der WK Salzburg), Tel. 0662/88 88 Dw. 246, Fax 0662/88 88 Dw. 586) angefordert werden. Anträge können bis 31. 3. 2002 eingereicht werden. Im November 2002 werden schließlich die Preise für die besten Salzburger Ausbildungsbetriebe im Tourismus vergeben.<p>

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