Nicht (nur) die großen Einkaufsstraßen sind Nahversorger

Wien (OTS) - Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes, GR Fritz Strobl, nahm heute am Rande der Klubtagung der SPÖ Wien in Rust Bezug auf die Aussagen der Wiener ÖVP.

Wahr sei, so Strobl, dass Wiens Nahversorgung in hohem Maße gefährdet sei. Der Konkurrenzdruck sei jedoch nicht nur für die Einkaufsstraßen gegeben, sondern noch mehr für die eigentlichen Nahversorger in Nebenlagen. "Im Schnitt sperrt alle zehn Tage ein Greißler oder kleiner Lebensmittelhändler zu, pro Monat schließen zwei Elektrohandlungen. In den Nebenlagen, Grätzeln und sogenannten "Streulagen" weisen heruntergelassene Rolläden, desolate Geschäftsportale und wild zugeklebte Auslagen auf die dramatische Situation hin.", zeigt sich Strobl besorgt.

Strobl setzt sich bereits seit Jahren vor allem für die Nahversorger im Kampf gegen große Ketten und Konzerne ein und hat als Kommunalpolitiker zahlreiche Förderungen erwirkt, die Kleinbetrieben das Überleben ermöglicht haben. Besonders die älteren Menschen und jene, die nicht mit dem Auto einkaufen können oder wollen sind durch das Zusperren der Nahversorger in ihrem Grätzel betroffen", meinte Strobl.

Bei der Diskussion um die Nahversorgung, die nun von Nettig und Görg als Vertretern der Wiener ÖVP eingeleitet wurde, warnt Strobl davor, nur mehr in Kategorien Einkaufsstraßen - Einkaufszentren zu denken und dabei die Nahversorgerbetriebe in den so genannten Nebenlagen und Streulagen zu vergessen.

Als kontraproduktiv bezeichnete er den Görg-Vorschlag, finanzkräftige Ketten in Wiener Einkaufsstraßen umzuleiten. "Wenn VP-Chef Görg nun noch mehr Handelsketten und Multis in die Innenstadtlagen bringen will, wird das zum Verschwinden der letzten verwurzelten Unternehmen führen. In der Mariahilferstraße oder der Kärntner Straße gibt es kaum noch Geschäfte, die eine längere Tradition haben." Durch diese Vorrangstellung großer Filialketten würden dann heimische eingesessene Läden auch aus den weniger attraktiven Lagen verdrängt oder dort ins wirtschaftliche Aus gezwungen.

"Im Kampf um die Wiener Nahversorgung werde ich ganz sicher weiterhin auf Seiten der Klein- und Mittelbetriebe stehen und alle Aktivitäten diesbezüglich auch unterstützen. Aber Nahversorgung findet nicht nur in Einkaufsstraßen und Einkaufszentren statt, sondern auch - und vor allem - in Nebenlagen und im Grätzel.", schloss Strobl.

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