WWF: Das Gegenteil von Nachhaltigkeit ist Selbstmord

Österreichs Ressourcenverbrauch bei weitem überhöht: Sieben Monate vor dem Weltgipfel in Johannesburg ist Österreich von Nachhaltigkeit weit entfernt

Wien (OTS) - Im Rahmen des Symposiums "Voraus Schauen - Zukunft Bauen" übergab der WWF heute an Bundeskanzler Schüssel ein Forderungspaket zur Nachhaltigkeit. Dieses muss die österreichische Regierung bis zum Weltgipfel in Johannesburg im August 2002 umsetzen. Besonders in den Bereichen Klimapolitik, Wald, Wasser, Landwirtschaft und Armutsbekämpfung besteht akuter Handlungsbedarf. "Österreich muss seine Verantwortung gegenüber dem Rest der Welt - insbesondere den Ländern des Südens - wahrnehmen und seinen weltweiten ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren. Wie die heutige gemeinsame Veranstaltung zeigt, gibt es in Wirtschaft und Politik sehr positive Ansätze. Aber schöne Worte sind nicht genug: Bis zum Weltgipfel in Johannesburg ist noch viel zu tun", erklärt Dr. Helmuth Pechlaner, Präsident des WWF Österreich.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet einen Lebensstil, der nicht mehr Ressourcen verbraucht als nachwachsen können. Österreich ist davon weit entfernt: Während sich die Umweltsituation in Österreichs leicht gebessert hat, steigt der Naturverbrauch der Österreicher außerhalb der Landesgrenzen ständig. Wie die neue WWF-Studie "Der ökologische Fußabdruck - Leben auf Kosten anderer" erstmals genau berechnet, belegt Österreich für den eigenen Ressourcenverbrauch 2,8 mal die eigene Landesfläche - in anderen Teilen der Welt. Die Leidtragenden sind vor allem Natur und Menschen in Ländern des Südens. In einer globalen Welt letztlich aber auch wir selbst: "Das Gegenteil von Nachhaltigkeit ist globaler Selbstmord", fasst Pechlaner zusammen.(1)

Verantwortung der Wirtschaft
Hauptverantwortlich für den beschleunigten Ressourcenverbrauch ist die globalisierte Wirtschaft. Daher arbeitet der WWF verstärkt mit Marktführern an der Lösung globaler Umweltprobleme. Ein Beispiel ist die Initiative emission 55, in der sich Unternehmen gemeinsam mit dem WWF für die Umsetzung des Klimaprotokolls einsetzen. Marktführer wie Johnson&Johnson, Nike, IBM und Lafarge haben sich verpflichtet, ihre CO2-Ausstöße so stark zu reduzieren, wie es das Klimaprotokoll von Industriestaaten fordert. "Wie unsere heutige Veranstaltung zeigt, kann man auch in Österreich nachhaltig produzierte Produkte kaufen:
OBI-Baumärkte bieten etwa ökologisches Holz mit FSC-Gütesiegel an", lobt Pechlaner.

Politik muss handeln
Doch freiwillige Aktionen einzelner Wirtschaftsunternehmen sind angesichts der dramatischen globalen Situation nicht genug: Die Politik muss die Rahmenbedingungen setzen. Die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie, die die Regierung nächste Woche beschließen will, ist ein erster Schritt. Aber für die Umsetzung fehlen ein klarer Zeitplan, ausreichend Budget und klare Zuständigkeiten. "Österreich hat seine Nachhaltigkeits-Aufgaben noch zu erledigen", so Pechlaner.

Alle Informationen zum Symposium und Download der Broschüre "Der ökologische Fußabdruck": http://www.wwf.at

(1) Zitat nach Franz J. Hinkelammert

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