Patientennahe medizinische Versorgung

Ärztekammer NÖ fordert politisches Bekenntnis zur Aufwertung der niedergelassenen Ärzte!

St. Pölten (OTS) - Als "unzeitgemäß" bezeichneten heute der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Lothar Fiedler, und der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Anton Hengst, die jüngsten Aussagen der niederösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreterin Heidemarie Onodi.

Onodi hatte vor kurzem festgestellt, dass die ärztliche Behandlung in einer Spitalsambulanz volkswirtschaftlich günstiger sei, als jene beim niedergelassenen Arzt und auch die Erreichbarkeit der Ärzte und die Strukturen einer Ambulanz "patientenfreundlicher" seien, als jene der niedergelassenen Ärzte.

"Es gibt mittlerweile viele Studien, die bestätigen, dass grundsätzlich die Behandlung beim niedergelassenen Arzt in unserem Gesundheitssystem bei gleicher Qualität kostengünstiger zu erbringen ist, als jene im Krankenhaus" erklärt Kurienobmann
Dr. Hengst "Ich kann jedoch verstehen, dass jemand, der viele Jahre das Gesundheitswesen aus Sicht eines Spitalsmitarbeiters kennen gelernt hat, seine "Heimat" nicht verleugnen kann. Zurückweisen muss man jedoch die Aussagen, dass der Zugang und die Erreichbarkeit von niedergelassenen Ärzten für Patienten schlechter wären, als jene der Ambulanzen. Wir haben in Niederösterreich insgesamt über 1.500 niedergelassene Allgemeinmediziner und Fachärzte mit Kassenverträgen, aber nur 23 Krankenhäuser mit Ambulanzen. Allein diese Zahlen sprechen wohl für sich".

Der Präsident der Ärztekammer, Dr. Lothar Fiedler, fordert in diesem Zusammenhang ein generelles Bekenntnis - auch der verantwortlichen Landespolitiker - zu den medizinischen Strukturen im niedergelassenen Bereich. "Über Jahre hinweg wurden uns Ärzten durch die Verhinderung von Gruppenpraxen, dem Verbot der Anstellung von Ärzten bei Ärzten und der Blockade eines modernen Leistungskataloges Prügel in den Weg geworfen, die letztlich die Patienten zu spüren bekamen. Wenn es nun seit kurzem eine politische Trendwende gibt und die bundesweiten Verantwortlichen im Gesundheitswesen endlich Strukturveränderungen in Bewegung setzen, sollten auch unsere Landespolitiker dies zum Wohle unserer Patienten unterstützen."

Präsident Dr. Fiedler verweist in diesem Zusammenhang auch auf die "Pyramide im Gesundheitswesen": "Unser medizinisches Versorgungssystem ist wie eine Pyramide auf verschiedenen Ebenen aufgebaut. Den Sockel, das Standbein, bilden die niedergelassenen Ärzte. Danach folgen Ambulanzen, Tageskliniken, Grundversorgungsspitäler, Schwerpunktspitäler und an der Spitze stehen Spezialkrankenhäuser. Jede dieser Einrichtungen hat im Gesundheitswesen spezielle Aufgaben - und diese sollten unter Respektierung der anderen Ebenen möglichst effizient im Sinne unserer Patienten auch erfüllt werden."

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