Graf: Parlamentsenquete: "Reform der Universität - Medizinische Fakultäten oder Universitäten"

Wien, 2002-02-22 (fpd) - "Die Freiheitlichen tragen zur positiven Umsetzung der Universitätsreform mit hochkarätigen Experten bei", betonte FPÖ-Wissenschaftssprecher Dr. Martin Graf bei der gestrigen Parlamentsenquete "Der Weg zur vollen Rechtsfähigkeit der Universitäten". Einer von der FPÖ benannten unabhängigen Experten O. Univ.-Prof. Dr. Gerhard PENDL, referierte über die "Zukunft der Medizin und der Gesundheit im Hochschulwesen" ****

"Die Loslösung von der Voll-Universität ist nicht primär Wunsch oder Verlangen der medizinischen Fakultäten Österreichs, sondern vielmehr eine pragmatische Konsequenz, die sich aus dem Übertritt der Universitäten in die "Autonomie" zwingend ergibt", so der Vizedekan der medizinischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

"Die Rechtskonstruktion der "neuen" Universitäten lassen Sonderregelungen, auch zusätzliche, vor allem in Bezug auf die Universitätskliniken nur schwer realisieren: die unterschiedlichen Kostenträger des klinischen Bereiches (Bund, Land und andere), die unscharfen Grenzen zwischen kurativer Medizin und wissenschaftlichen Leistungen, unterschiedliches Ärztedienstrecht, unterschiedliche Schwerpunkte der Vorklinik (theoretische Fächer), können schwer von Universitätsrat, Rektorat und Senat der vollrechtsfähigen Universität gestaltet werden" so die nüchterne Analyse von Pendl.

"Um den diversen Problemkreisen von Budgets (Bund, Land, …) unter Berücksichtigung der diversen unterschiedlichen Quellen und der daraus resultierenden verbrieften Ansätze (Sachaufwand, unterschiedlichstes Personal, klinischer Mehraufwand,…) bis zu teilweise komplizierte Nutzungen und Zuordnungen von Gebäuden und Gerätschaften, sowie den laufenden Sparmaßnahmen der Landesregierungen, in deren Kompetenz die Krankenanstalten sind, hinkünftig zu vermeiden wird daher ein Modell eigener Universitäten angestrebt. Dieses Modell würde es wiederum erlauben, die medizinischen Universitäten als voll handlungsfähige Partner direkt mit dem Land, sprich dem Krankenanstaltenträger, eine Rechtsstruktur zu schaffen und so die erwähnten Probleme größtenteils lösen zu können. Als Beispiel sei hier nur die Möglichkeit der Schaffung eines einheitlichen Ärztedienstrechtes erwähnt", so Pendl.

"Schon heute sind bereits an den Standorten in Österreich sehr viele Bereiche der medizinischen Fakultäten im Verwaltungsbereich u.a. bereits "abgekoppelt". Die verlangte Budgetneutralität kann insofern erreicht werden, dass gemeinsame Einrichtungen wie Informatikdienst, Bibliothek und Teile der Verwaltung weiterhin mittels Zukauf oder Abgleich unter einem gemeinsamen diesbezüglichen administrativen Dach verbleiben könnten ", so Pendl.

"Diese Universitätsreform bietet auch in der Medizin eine epochale Chance der weiteren Verbesserung der gesundheitsmedizinischen lehrenden und forschenden Einrichtungen und wird nur so Österreichs Ruf "State of the Art" in Medizin und Gesundheit, auch für die Zukunft, sichern können" so Graf und Pendl abschließend. (Schluß)

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