Vorsicht heiß - Jährlich müssen 500 Kinder wegen Verbrühungen ins Spital

Institut "Sicher Leben": Viele Unfälle wegen fehlender Temperaturbegrenzer im Bad und Herdschutzgittern in der Küche

Wien (OTS) - Jährlich verletzen sich rund 500 Kinder zwischen 0
und 5 Jahren durch Verbrühungen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. "Verbrühungen sind extrem schmerzhaft und unter Umständen lebensgefährlich, falls ein großer Teil der Körperoberfläche betroffen ist", warnt der Leiter des Instituts "Sicher Leben", Dr. Rupert Kisser und betont: "Verbrühungen dürfen einfach nicht passieren - vor allem wenn bedacht wird, dass sie unter Einhaltung einfacher Vorsichtsmaßnahmen vermeidbar sind."++++

Besonders die Kleinsten, die neugierig gerade die Welt zu entdecken beginnen, tappen leicht "ins Heiße". So sind rund drei Viertel der betroffenen Kinder zwischen 0 und 3 Jahre alt.

Von Verbrühungen betroffene Körperteile sind: untere Extremitäten (39 %), obere Extremitäten (22 %) und Kopf bzw. Hals (15 %).

Laut Institut "Sicher Leben" gibt es drei Problembereiche:

1. Unfälle wegen fehlender Temperaturbegrenzer

Besonders beim Duschen oder in der Badewanne lauert "brennende" Gefahr. Heißwasserbereitungsanlagen liefern Wasser mit einer Temperatur von bis zu 80 Grad Celsius. Ab 40 Grad wird es auch für Erwachsene schmerzhaft, und schon bei 50 Grad tragen Kleinkinder Blasen davon. Extrem gefährlich sind Einhandmischbatterien ohne Temperaturbegrenzer, da kleine Kinder sie problemlos betätigen können. Kinder verbrühen sich auch deswegen sehr leicht, weil sie nicht so schnell ausweichen können wie Erwachsene. "Sicher Leben" spricht sich aus diesen Gründen dafür aus, verbindlich in die Bauordnung aufzunehmen, dass es bei Neubauten in der Grundausstattung für Badewannen Temperaturbegrenzer geben muss. Das ist nicht nur für kleine Kinder wichtig, sondern auch für alte bzw. behinderte Menschen.

2. Unfälle wegen fehlender Herdschutzgitter

Noch heißer geht es beim Kochen zu. Schutzgitter sollten daher ein selbstverständliches Zubehör bei Herden sein. Kisser: "Herde ohne Herdschutzgitter sind gefährliche Produkte im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes. Keine Schutzeinrichtungen mitzuliefern, ist ein Versäumnis von Herstellern von Herden sowie von Kücheneinrichtern und gehört eigentlich verboten."

Außerdem appelliert "Sicher Leben", den Kochtopf nie unbeaufsichtigt zu lassen und die Stiele in jedem Fall für Kinder unerreichbar nach hinten zu drehen.

3. Umstoßen von heißen Flüssigkeiten

Bei allen heißen Flüssigkeiten - wie Tee, Milch Kaffee und auch Suppen - heißt es generell aufzupassen. Es sollen bei Kleinkindern keine Tischtücher verwendet werden, da sie diese leicht - samt heißer Suppe natürlich - herunterreißen können.

Ein spezielles Kapitel sind "Kettle", also Kannen für Teewasser, die direkt an die Steckdose angeschlossen werden können. In Großbritannien weit verbreitet, werden sie auch bei uns zunehmend "in". "Vor diesen Geräten ist eindrücklich zu warnen. Die Gefahr, dass Kinder sie am Kabel herunterziehen, ist zu groß. Am besten wäre ein generelles Verbot dieser Produkte. Sie haben keinen speziellen Nutzen und sind lediglich gefährlich", betont dazu Kisser.

"Verbrühungen ziehen langwierige und schmerzhafte Behandlungen nach sich, oft sind mehrere Operationen notwendig, und es müssen jahrelang Druckverbände getragen werden. Bei großen Flächen bleiben fast immer Narben, ganz zu schweigen von dem seelischen Leid. Deshalb: Ersparen Sie Ihren Kindern solche schmerzhaften Erfahrungen. Sie lassen sich leicht vermeiden!", appelliert Kisser abschließend.

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