Greenpeace: Österreich wird mit Klimaschutzgeldern Temelin finanzieren Utl = Bis zu 15.000 Arbeitsplätze weniger durch Emissionshandel

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert
die
von Umweltminister Molterer heute im Rahmen des Symposions "Hat Nachhaltigkeit Zukunft" vorgestellte österreichische Klimastrategie. "Von Nachhaltigkeit zu sprechen und gleichzeitig AKWs in Ost- und Westeuropa indirekt zu finanzieren, geht nicht zusammen," kritisiert Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer. Reiche Staaten wie Österreich können Projekte in anderen Staaten finanzieren und sich somit eigene Klimaschutzanstrengungen ersparen. Über diesen Zukauf von Verschmutzungsrechten wird laut Greenpeace österreichisches Klimaschutzgeld auch an Betreiber von Atomkraftwerken fließen.

"Die Österreicher wollen Klimaschutzmaßnahmen im Inland umgesetzt sehen und sicher keine Finanzierung von AKWs" so Klimaexperte Mayer. Laut einer Wifo-Studie können mit ausschließlich im Inland umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen 20.000 bis 25.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. "Mit dem Freikauf vom Klimaschutz im eigenen Land riskiert die Bundesregierung bis zu 15.000 zukünftige Arbeitsplätze" fürchtet Mayer.

Atomkraft ist zwar aus den CO2-mindernden Projekten im Ausland ausgeschlossen. Das verhindert laut Greenpeace allerdings nicht, dass Österreich AKWs wie Temelin mitfinanzieren wird: Beim Ankauf von CO2-Emissionsrechten kann weder unterschieden werden, aus welchem Land dieses Verschmutzungsrecht kommt, noch mit welcher Maßnahme eine CO2-Reduktion erreicht wurde. "Österreichisches Steuergeld über den Emissionshandel AKW-Betreibern zukommen zu lassen ist unverantwortlich," richtet Mayer seine Kritik in Richtung Umweltminister Molterer. Im Rahmen der tschechischen Gesamt-Umweltverträglichkeitsprüfung geht die tschechische Regierung von 300 Kronen (9,4 Euro) pro Tonne CO2 aus und erhofft sich Einnahmen für Temelin von 2-4 Milliarden Kronen (bis zu 125,7 Millionen Euro) pro Jahr.

Zusätzlich zu ihren Klimasünden gefährdet die Bundesregierung außerdem Arbeitsplätze: Der Ausbau von erneuerbaren Energien und Steigerungen der Energieeffizienz (Wärmedämmung) sind sehr arbeitsintensiv. Eine 100prozentige heimische Klimaschutzstrategie würde zu einer massiven Zunahme von Arbeitsplätzen in diesem Bereich führen. Die Szenarien der von Minister Molterer gestern, Donnerstag, zitierten Wifo-Studie gehen von 100 Prozent inländischen Maßnahmen aus und ergeben so bis zu 25.000 neue Arbeitsplätze. Bei einem Zukauf von Emissionsrechten wird diese Zahl mit Sicherheit kräftig reduziert. "Es droht eine absolute Vernichtung von möglichen Arbeitsplätzen," kritisiert Mayer. Durch den Verkauf von "hot air" und der Ausnützung unzähliger anderer Schlupflöcher werden auch im Ausland kaum neue Arbeitsplätze geschaffen.

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Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, 01-5454580-48 od.

Greenpeace Österreich
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