Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Haider - ein Masochist?

Ausgabe vom 22. Feb. 2002 Klagenfurt (OTS) - Bis in die Nacht währte die gestrige "Irak-Landtagssitzung". Volle Zuschauertribüne; die den Medien vorbehaltenen Quartiere dicht bevölkert. Und für den Landeshauptmann kam es knüppeldick. Von links und rechts; Sozialdemokraten und die schwarze Fraktion ließen kein gutes Haar am höchsten Repräsentanten Kärntens. Jörg Haider hat hierzulande seit dem unsäglichen Kommentar zur Beschäftigungspolitik Hitlers nicht mehr so viel einstecken müssen. Da saß er nun und grinste, von seinen mit Plakaten gleichermaßen wild und lächerlich vor sich hinfuchtelnden Parteifreunden zwar lautstark, aber ineffizient verteidigt. Denn: Haiders Händedruck mit dem Multiverbrecher, Schlächter, Folterer und Kriegstreiber Saddam Hussein bleibt unentschuldbar. Es lag kein Grund für diese Geste vor. Wer Hilfe zu bringen bereit ist, möge diese den Opfern widmen und nicht showgeil an den Täter, einen giftgranatenschmeißenden Diktator, herantreten. Was mag sich in Haider regen, geht ein derart geballtes, ein katastrophales Kritikgewitter über ihn nieder? Genießt er solche Szenen, ist er zweifellos ein politischer Masochist. Wie lange werden seine Nerven halten? Und mit welcher Qualität wird sein nächster - im Orient, in Afrika oder sonstwo auf der Welt zu erwartender - Streich ausgestattet sein? Tatsache bleibt, dass selbst viele unter den bislang unbeirrbarsten Haider-Anhängern genug von Auftrittstiraden, Brachialäußerungen und Primitivprokovationen à la Aschermittwoch haben. Das einfache Parteimitglied ist endgültig zur Belastung der FPÖ, Österreichs und damit Kärntens geworden.

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