"Kleine Zeitung" Kommentar: "Verhatscht" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 22.2.2002

Graz (OTS) - Das klassische Zitat, es sei der Fluch der bösen
Tat, fortzeugend Böses zu gebären, springt einen an. In der Politik gilt nur, dass eine verhatschte Lösung die nächste nach sich zieht.

Die kleine Staatsaffäre um den bezahlten Sonderurlaub des neuen Hauptverbandspräsidenten belegt den fast zwanghaften Mechanismus sinnfällig.

Was sich "Sozialversicherungsreform" nannte, begann damit, dass Hans Sallmutter per Gesetz gegangen wurde. Also suchte man einen neuen Boss. Ein Arbeitnehmervertreter sollte es als Erster im neuen Wechselturnus sein.

Aber die SPÖ verweigerte sich. Der Beamte Frad bot sich kurzfristig als Ausweg an. Der hatte als GÖD-Referent und VP-Kommunalpolitiker noch eine Teilkarenz und damit Zeit für den Zusatzjob.

Dass er sich gerade ins Sozialressort zurückgemeldet hatte, hinterließ die
ungute Optik, er werke insgesamt unter der Fuchtel seines Ministers. Daher ließ Frad sich versetzen.

In Pension kann er nicht gehen. Rentner sind von HV-Funktionen ausgeschlossen. Der Job trägt weniger als der Brotberuf. Also braucht er den goldenen Sonderurlaub.

Es geht um eine Kette von Improvisationen. Aber die mag im Theater entzücken. Politische Planung ist das sicher nicht.****

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