Plass/Grüne Wirtschaft: ÖVP und Kammer mitschuldig am Geschäftesterben

Görg und Nettig bekämpfen Symptome und verkennen Ursachen

Wien (OTS): "Langsam wird es langweilig, im Halbjahresabstand immer dieselbe Litanei zur bedrohten innerstädtischen Nahversorgung zu hören. Görg und Nettig sollen keine halbherzige Symptombekämpfung betreiben. Die wahre Ursache des Problems ist der Umbau Wiens zur autogerechten Stadt, bei dem klarerweise die kleinräumige Nahversorgung unter die Räder kommt", meint Volker Plass, Vorsitzender der Grünen Wirtschaft.

Solange der hochrangige Straßenausbau im Süden und Nordosten Wiens von ÖVP und Kammer aktiv unterstützt werde, seien Görg und Nettig als Beschützer des Wiener Einzelhandels nicht ernst zu nehmen, sondern sogar Motor dieser Fehlentwicklung, meint Plass und weiter: "Gegen riesige Billig-Einkaufszentren auf der grünen Wiese mit unbeschränkten Gratis-Parkplätzen und von der öffentlichen Hand finanzierten Autobahnzubringern wird der innerstädtische Einzelhandel trotz millionenteurer Förderung niemals konkurrieren können. Mit gutgemeinten Behübschungsmaßnahmen wird man diesem Wildwuchs immer chancenlos hinterherhinken."

So werde die Shopping-City-Süd schon bald durch ein "B301-Shopping-Country" abgelöst werden, gegen das es von Kammer und Gemeinde nach wie vor keine ernstzunehmenden Strategien gebe. In diesem Zusammenhang verweist Plass auf den von Nettig vor einem Jahr groß angekündigten Verkehrsgipfel für die Ostregion, der offenbar wieder vollkommen in Vergessenheit geraten sei, sowie auf den nach wie vor ungeklärten Verwendungszweck zahlreicher riesiger Grundstücke des WWFF entlang der B301-Trasse.

Auch die nun von der Gemeinde geplanten Tariferhöhungen bei den Wiener Linien seinen ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung:
"Damit wird das Einkaufen in den Wiener Geschäftsstraßen noch teurer und unattraktiver. Wir vermissen klare Worte von Kammerpräsident Nettig, der sich hier schützend vor die KonsumentInnen des Wiener Einzelhandels stellen sollte", meint Plass.

Während seiner Amtszeit hätte Stadtrat Görg mit seiner ÖVP ausreichend Gelegenheit gehabt, gegen zahlreiche problematische Flächenwidmungen zu stimmen, meint Plass. Das Problem sei jedoch, dass sich ÖVP und Wirtschaftsbund offenbar untereinander selbst nicht immer einig seien: Das bei der heutigen Pressekonferenz von Görg als Musterbeispiel präsentierte Einkaufszentrum Brachmühle sei erst unlängst vom Wirtschaftsbund als 'unnötiges Megazentrum' und 'Problemfeld ungeahnten Ausmaßes' kritisiert worden. "Mitbeschließen und nachher die Wehklagen anstimmen, hat mit Planungs- und Wirtschaftskompetenz wenig zu tun", so Plass abschließend.

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