GÖRG und NETTIG gegen Wildwuchs von Einkaufszentren am Stadtrand

Wiener VP will Nahversorgung stärken

Wien (ÖVP-Klub) In einer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen sie heute der Wiener VP-Chef Dr. Bernhard GÖRG und der Wiener Wirtschaftsbund-Obmann KommR. Walter NETTIG gegen den Wildwuchs von Einkaufszentren an den Stadträndern von Wien aus. "Diese Explosion von Verkaufsflächen am Stadtrand ist eine existentielle Bedrohung für die innerstädtische Nahversorgung", meinten die beiden VP-Politiker.***

Die Zahlen sind alarmierend: Die Verkaufsfläche von Einkaufs- und Fachmarktzentren am Wiener Stadtrand stieg von 140.000 Quadratmeter im Jahr 1996 auf rund 350.000 m² heute an. Hingegen beträgt die Gesamtverkaufsfläche der wichtigsten innerstädtischen Einkaufsstraßen nur rund 600.000 m². Dass dieser Trend in Richtung Stadtrand ungebrochen anhält, zeigt auch ein Blick auf die aktuellen Projekte:
von den insgesamt 340.000 m² in Wien neu geplanter oder in Bau befindlicher Verkaufsfläche befinden sich nur 90.000 m² in den gewachsenen Einkaufsstraßen. Weitere 70.000 m² befinden sich zumindest noch innerhalb des dichter bebauten Stadtgebietes und damit halbwegs in der Nähe der Wohnbevölkerung und der öffentlichen Verkehrsmittel. 180.000 m², also mehr als die Hälfte der derzeit geplanten oder in Bau befindlichen Verkaufsfläche, liegen jedoch am Stadtrand, weit weg von jeglicher Wohnbevölkerung.

"Diese Entwicklung hat eine Reihe von negativen Folgen für die Allgemeinheit", warnt der Wiener VP-Chef Dr. Bernhard GÖRG.

* Die Kunden von Einkaufszentren und Fachmärkten am Stadtrand kommen fast ausschließlich mit dem eigenen Fahrzeug. Diese Entwicklung ist somit ursächlich am zunehmenden Verkehrshorror auf den Wiener Hauptverkehrsadern mitbeteiligt.

* Gleichzeitig werden wertvolle Flächen, die für das verarbeitende Gewerbe und produktionsnahe Dienstleistungen benötigt werden, mit ebenerdigen Parkplätzen und Fachmärkten verbaut.

* Und für die Unternehmer in den Wiener Einkaufsstraßen, die unter erschwerten Bedingungen die Nahversorgung der Bevölkerung sicherstellen, wird die Konkurrenz immer drückender.

"Ich habe auch in meiner Funktion als Planungsstadtrat immer - nur teilweise erfolgreich - versucht, diesem Trend entgegenzuwirken", berichtet GÖRG. In Görgs Amtszeit wurde eine Novellierung der Bauordnung beschlossen, die die Umgehung von Bestimmungen zur Errichtung von EKZs verhindert.

"Wir müssen diesem Wildwuchs der EKZs gegensteuern, um nicht langfristig die innerstädtische Wirtschaft und die Nahversorgung zu gefährden", fordert der Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes, KommR. Walter NETTIG. "Es geht gar nicht darum, dass wir alle neuen Einkaufszentren verhindern wollen, an bestimmten Stellen, wie etwa Endstellen von U-Bahn-Linien, ist die Errichtung neuer EKZs durchaus sinnvoll. Wir wollen nur den drohenden Wildwuchs an den Stadträndern eindämmen." Die lohnende Alternative sehen GÖRG und NETTIG in der Errichtung von Einkaufszentren im innerstädtischen Bereich. "Die Beispiele der Lugner-City oder der großen Kaufhäuser in der Mariahilfer Strasse zeigen ja, dass an solchen Standorten ein EKZ durchaus auch belebend für die Geschäfte im Umkreis sein kann", so GÖRG weiter. "Dazu kommt, dass es eine gut funktionierende öffentliche Infrastruktur an diesen Standorten gibt, die verhindert, dass alle potentiellen Kunden mit dem Auto zufahren müssen."

GÖRG und NETTIG forderten als Erstmaßnahme eine Zusammenlegung der Verantwortung für Planung, Bauordnung und Baupolizei in ein Ressort. "Die derzeit bestehende Trennung dieser Verantwortungen hat sich in der Vergangenheit als großes Hindernis für eine sinnvolle Gesamtplanung herausgestellt", weiß GÖRG. Ebenso müsse man dafür sorgen, dass künftig VOR etwaigen neuen EKZ-Widmungen die Raumverträglichkeit in stärkerem Ausmaß geprüft wird, das sowohl bestehende als auch zu erwartende Verkehrsströme berücksichtigt. "Und nicht zuletzt sollte man auch erheben und auflisten, an welchen innerstädtischen Standorten man sich in den nächsten Jahren die Errichtung von neuen Einkaufszentren vorstellen kann", forderte GÖRG.

Im Namen der Wiener ÖVP forderten die GÖRG und NETTIG daher die Stadt Wien auf, sich endlich zum Schutz der Nahversorgung und der gewachsenen Einkaufsstraßen in Wien zu bekennen und die Errichtung weiterer Mega-Flächen abseits traditioneller Einzelhandelslagen zu verhindern. Nur so können Investitionen in die Einkaufsstraßen umgelenkt werden, wo sie keinen zusätzlichen Verkehr erzeugen und zur Verbesserung der Nahversorgung und zur Attraktivierung unserer Stadt beitragen.

Rückfragen & Kontakt:

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000 / 81 915
Fax: (01) 4000 / 99 819 15
E-mail: presse@oevp.wien.at
http://www.oevp-wien.at

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR/VPR