ÖBB: Tunneldurchschlag in Wald am Schoberpass

Weiterer Meilenstein im Ausbau der 63 km langen Schoberpass-Strecke

Graz (OTS) - Nach einer Rekordbauzeit von nur 10 Monaten erreichen die Vortriebsarbeiten im Unterwaldertunnel bei Wald am Schoberpass heute eine besonders spannende Phase. Gegen 16.00 Uhr erfolgt der Tunneldurchschlag durch die Mineure, die seit Mai 2001 sowohl vom Westen als auch vom Osten die Ausbruchsarbeiten vorantreiben. "Der Tunneldurchschlag ist ein Meilenstein in der Modernisierung der 63 km langen Schoberpass-Strecke. Damit rückt die hochleistungsstreckengerechte Anbindung der starken steirischen Industrieregion an den zentraleuropäischen Markt in greifbare Nähe", unterstreicht ÖBB-Planungschef Thomas Türinger die wirtschaftliche Bedeutung des Infrastrukturausbaues. Die Schienenverkehrskapazität kann dadurch gesteigert und die Reisegeschwindigkeit maßgeblich erhöht werden.

Ausbruchsarbeiten in Rekordzeit

Der über 1 km lange Unterwaldertunnel ist im Querschnitt 11,1 m breit und 7,85 m hoch. Im Rahmen der Ausbruchsarbeiten, welche nach der "Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT)" erfolgten, wurden ca. 120.000 m3 Erdreich abgetragen und im Baustellenbereich für Dammschüttungen wiederverwendet. Das im Hohlraum anstehende Gebirge musste mittels 7.500 Stück Gebirgsanker mit einer Gesamtlänge von über 30.000 m, 250 t Baustahl und rund 6.500 m" Spritzbeton gesichert werden. Rund um die Uhr waren zwei spezielle Tunnelbohrwagen für das Anfertigen der Bohrlöcher im Einsatz. In weniger als zehn Monaten Bauzeit erfolgte die Fertigstellung des Tunnelrohbaus.

Hohe Sicherheit für den Bahnverkehr

Bevor im Dezember 2003 der zweigleisige Unterwaldertunnel dem Bahnbetrieb übergeben wird, werden neben den Ausmauerungs- und Gleisbauarbeiten Tunnelsicherheitssysteme eingebaut, die dem letzten Stand der Technik entsprechen. So verfügt künftig der neue Eisenbahntunnel über eine durchgehend mit Einsatzfahrzeugen befahrbare Fahrbahn, zwei breite Fluchtwege mit Beleuchtung, Rettungsnischen und durchgehende Handläufe. Selbstverständlich ist auch die Installierung eines modernen Bündelfunk-Systems, welches auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mitbenützen können, vorgesehen. Die Wasserversorgung stellt eine Löschwasserleitung mit zahlreichen Entnahmemöglichkeiten sicher. Außerdem wird in der Nähe des Westportales ein Hubschrauber-Notlandeplatz errichtet.

28 Monate Bauzeit bis zur Betriebsaufnahme

"Ziel ist, in 28 Monaten den gesamten zweigleisigen Ausbau Unterwald-Kalwang erfolgreich abzuschließen", so Helfried Bretterebner, Projektmanager des ÖBB Geschäftsbereiches Planung & Engineering. Nach der Inbetriebnahme des letzten Bauloses wird die Bahnverbindung zwischen Selzthal und St. Michael durchgehend zweigleisig befahrbar sein.

Investition in die Zukunft

Mit dem Lückenschluss der 63 km langen Schoberpassstrecke leisten die ÖBB einen wichtigen Beitrag zur modernen, umweltfreundlichen Verkehrsinfrastruktur der Obersteiermark. Ab Dezember 2003 kann die Schienenverkehrskapazität insgesamt um 40 Züge gesteigert und die Reisegeschwindigkeit maßgeblich erhöht werden.

Insgesamt investieren die ÖBB für den letzten, etwa 4 km langen Bauabschnitt, rund 3,6 Mio. Euro. Die Baukosten für die gesamte Schoberpass-Strecke betragen 59 Mio. Euro.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Ing. Christoph Posch
Kommunikation Steiermark, Kärnten und Osttirol
Tel.: ++43 (0) 4242 93000 3131
Fax.: ++43 (0) 4242 93000 3139
christoph.posch@kom.oebb.at
Internet: http://www.oebb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB/NBB/OTS