ÖH bei Enquete: Rechtssicherheit und Mitbestimmung gefährdet

ÖH-Vorsitzende Weinberger: "'Weltklasse' sieht anders aus!"

Wien (OTS) - Die Rednerinnen und Redner der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) prangern bei der heutigen parlamentarischen Enquete zur Universitätsreform insbesondere die Streichung von Rechtssicherheit für die Studierenden in Studienangelegenheiten und das Ende der studentischen Mitbestimmung an. Darüber hinaus wird der Diskussionsstil von Ministerin Gehrer kritisiert, die für vergangenen Dienstag ein sechsstündiges Gespräch mit den Universitätskurien einlud, selber dazu jedoch einmal mehr nicht erschien.

Andrea Brunner, Vorsitzende der HochschülerInnenschaft an der Universität Wien, hielt das Eingangsreferat für die ÖH: "Der Gestaltungsvorschlag zur Unireform ist ein einziges Schreckgespenst. Schlanke Managementstrukturen sollen die universitäre Demokratie ablösen. Weitreichende Entscheidungen über äußerst diffizile und spezifizierte Angelegenheiten werden von obersten, mit fraglicher Kompetenz ausgestatteter Ebene getroffen. Eine Unireform, die von einer kleinen Elite geprägt wird ist jedoch mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt," so Brunner, die weiters dafür plädierte, dass die Universität weiter demokratisiert werden muss und nicht in Richtung einer autoritären Produktionsmaschinerie für angehende WissenschafterInnen verunstaltet werden darf.

Die Vorsitzende der Bundes-ÖH, Anita Weinberger, kritisierte ein weiters Mal das Fehlen jeglicher Rechtssicherheit für Studierende durch die Universitätsreform: "Diese Reform macht Studierende von Willkürentscheidungen des inkompetenten, weil von universitätsexternen Personen besetzten, Universitätsrat abhängig. Rechte wie Einsicht in negativ beurteilte Prüfungen, deren nochmalige Überprüfung, mehrerer Prüfungstermine im Semester, die Wiederholung von Prüfungen, die Gestaltung von Studienplänen und vieles mehr, werden nicht mehr gesetzlich geregelt sein. Das ist nicht nur eine vollkommene Entrechtung der Studierenden, sondern wird auch zwangsweise zu längeren Studienzeiten und häufigeren Studienabbruch führen. 'Weltklasse' sieht anders aus!"

Andrea Mautz, zweite Frau im Vorsitzteam der Bundes-ÖH, ging in ihrem Statement einmal mehr auf den katastrophalen Diskussionsstil der Ministerin ein: "Wir sind ja bereits gewohnt, dass Ministerin Gehrer sich der öffentlichen Diskussion nur dann stellt, wenn sie sich von selbsternannten Experten abfeiern lassen kann. Dass sie aber bei der letzten Universitätsplattform, wo sie sich ohnehin unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Fragen der universitären Kurien stellen hätte müssen, während der gesamten sechs Stunden nicht anwesend war, schlägt dem Fass den Boden aus! Es ist für die Zukunft der Forschung und Lehre, aber auch für die gesamte Gesellschaft eine Katastrophe, dass eine Bildungsministerin, eine Universitätsreform nach dem Motto 'speed kills' durchzieht, in die tatsächliche Experten - nämlich die Betroffenen - nicht einbezogen werden."

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