Greenpeace: Fischstäbchen vor dem Kollaps Utl = Einkaufsratgeber belegt katastrophale Situation der Fischbestände

Wien (OTS) - Erschreckendes Fazit eines neuen Greenpeace-Einkaufsratgebers: Angesichts der dramatischen Überfischung der Meere ist zur Zeit nur der Kauf von Heringen und Makrelen akzeptabel. Die Liste "Fisch & Facts" informiert über die aktuellen Bestände der 35 wichtigsten Speisefische und Meeresfrüchte sowie über zerstörerische Fang- oder Zuchtmethoden. Neben Hering und Makrele sind noch der Verzehr von Karpfen und Fischen aus Bio-Aquakulturen unproblematisch.

Bei den meisten Fischarten ist die Situation ökologisch
"kritisch"
bis "katastrophal". Bestes Beispiel ist die meistgefangene Fischart, Alaska-Seelachs, aus dem vor allem Fischstäbchen hergestellt werden: Das ganze Ökosystem ist durch die massive Befischung mit kilometerlangen Schleppnetzen gestört, hungernde Seelöwen und stark rückläufige Fänge sind die Folge. In Europas Meeren werden besonders die wertvollen so genannten Grundfische wie Kabeljau, Seehecht, Schellfisch, Scholle und Seezunge viel zu oft aus dem Wasser gezogen. Zwar können auch Heringe und Makrelen überfischt werden, aber im Vergleich schneiden diese Arten im Moment als "akzeptabel" ab.

Auch Fisch aus der Zucht, sogenannte Aquakulturen, ist oft keine Alternative, weil etwa für das Futter für Lachse und Forellen die Meere ebenso rücksichtslos geplündert werden. Fisch aus Bio-Aquakulturen ist zu empfehlen. Die Betriebe richten sich nach strengen Auflagen (z.B. durch ERNTE für das Leben, Naturland) und werden regelmäßig auf ihre nachhaltige Bewirtschaftung überprüft. Die Zucht von Karpfen ist ebenfalls relativ unbedenklich.

Der neue Fischführer bietet dem Konsumenten die Möglichkeit, seinen
Fischeinkauf bewusst zu planen. Theoretisch wäre eine weitere Grundlage die seit 1.1.2002 gesetzlich vorgeschriebene EU-weite Kennzeichnungspflicht von Fischprodukten nach Handelsname, Fangmethode und Fanggebiet. Eine stichprobenartige Greenpeace-Recherche in Wiens Supermärkten erteilt der Umsetzung der neuen Kennzeichnungspflicht allerdings die Note "ungenügend": kaum ein Fischprodukt ist vorschriftsmäßig ausgewiesen.

"Die Angabe "Scholle, gefangen in den Tiefen der Weltmeere" ist
ein
schlechter Witz und keine Grundlage, auf der der Verbraucher eine Kaufentscheidung treffen kann. Die neue Kennzeichnungspflicht muss umgehend im Handel umgesetzt werden", kommentiert Antje Helms, Meeresbiologin bei Greenpeace Österreich.

Weitere Informationen:
Axel Krotz, Pressesprecher, 01-5454580-33 od. 0664-2407075
Mag. Antje Helms, Meeresbiologin Greenpeace, 0699-11507456

Den Einkaufsführer können Sie kostenlos unter 01-5454580 bestellen. Internet-Info: www.greenpeace-magazin.de/spezial/fischfuehrer/

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Antje Helms, Meeresbiologin Greenpeace, 0699-11507456

Greenpeace Österreich
Axel Krotz, Pressesprecher, 01-5454580-33 od. 0664-2407075

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