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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Und sie gingen tatsächlich voran

Utl.: Ausgabe vom 21. Feb. 2002=

"Susanne, geh´ voran’’, meinte ein sichtlich
angerührter Jörg Haider am 1. Mai 2000, als er Susanne Riess-Passer die FP-Obmannschaft überließ. Dass sie, und nicht nur sie, sondern auch "Ziehsohn" Karl-Heinz Grasser an ihm vorbeiziehen könnten, was die Wichtigkeit innerhalb der FPÖ betrifft, damit hat er wohl nicht gerechnet. Aber genau das ist, so eine aktuelle Gallup-Umfrage, eingetreten. Für die Österreicher ist Jörg Haider in der FPÖ nur noch die Nummer drei.
Aber es kommt noch dicker: Die Ausflüge und Ausrutscher des neuerdings noch "einfacheren" Parteimitglieds und die Querelen innerhalb der FPÖ haben diese auf 20 Prozent zurückgeworfen und VP und FP die gemeinsame Mehrheit gekostet. Die liegt momentan bei SPÖ (mit 37 Prozent klar vorne) und Grünen. Letztere stehen für eine Linie der Berechenbarkeit, der die Österreicher auf Dauer offenbar doch den Vorzug geben. Theater und ewiges Hin und Her mögen zwar kurzfristig zur Erheiterung beitragen, irgendwann ist es aber genug. Klar die Nummer eins innerhalb der FPÖ ist Haider nur noch für die deklarierten FP-Wähler. Doch sogar unter ihnen sind 46 Prozent für seine totale bundespolitische Abstinenz. Das zeigt das Dilemma der Freiheitlichen. Für die FPÖ-Wähler ist Haider nach wie vor das Zugpferd, für seine FP-Kollegen im Regierungsteam ist er eher das Trojanische Pferd, von dem man nicht weiß, welchen Politsprengstoff es demnächst wieder enthüllen und seine Seilschaft damit an den Rand des Abgrundes bringen wird. Ein Spagat, an dem die FPÖ zerbröseln könnte.

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