Initiative "Dialog. Diskussion.Demokratie" wurde präsentiert

Wissenschaftsstadtrat Mailath: "Brauchen Mut, auch kontroverse Themen zu diskutieren"

Wien, (OTS) Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny hat am Mittwoch in einem Mediengespräch die Initiative "Dialog.Diskussion.Demokratie" präsentiert.

Gemeinsam mit Michael Herbst (Rektor der Akademie der Bildenden Künste), Oliver Rathkolb, (wissenschaftlicher Leiter des Demokratiezentrums Wien), Thomas Mießgang (Kurator Kunsthalle Wien) und Karl Baratta (Dramaturg Volkstheater) stellte Stadtrat Mailath die Initiative vor:

"Dialog.Diskussion.Demokratie" wird in Wien ein vielfältiges Veranstaltungsangebot unterstützen, das, so Mailath "den kritischen, weltoffenen Diskurs ermöglichen und verstärken" soll.
Deshalb werden die Veranstaltungen durch zusätzliche Symposien, Schulprojekte, Diskussionsforen und einen eigenen Internet-Auftritt ( www.wien.at/ ) begleitet.

Die Initiative solle dazu beitragen, so Mailath, den "Dialog zwischen sozialen Gruppen, ganz besonders den Dialog der Generationen, zu forcieren und zu unterstützen". Mailath weiter: "Uns fehlt eine gesunde, selbstbewussten "Streitkultur", also ein strukturierter Austausches kontroverser Standpunkte, ohne die Würde anderer dabei zu verletzen."

"Es ist mir ein besonderes Anliegen, ein deutliches Zeichen zu setzen, das die Weltoffenheit Wiens im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich weiter fördert und den demokratischen, kritischen Diskurs unterstützt", so Mailath.

Dialog.Diskussion.Demokratie. unterstützt ein vielfältiges Veranstaltungsangebot in Wien in den nächsten zwei bis drei Jahren, das sich mit Fragen zu Gewalt und Demokratie im weitesten Sinn auseinandersetzt. So soll ein vielseitiger und bereichernder Austausch angeregt werden, der durch zusätzliche Initiativen von Dialog.Diskussion.Demokratie. intensiviert wird.

Die Initiative Dialog.Diskussion.Demokratie. erfüllt eine Art Schirmherrschaft für Wiener Veranstaltungen und Projekte, die immer wieder durch neue Veranstaltungen ergänzt und erweitert werden.

Die Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944«, des Hamburger Instituts, die durch die Akademie der Bildenden Künste nach Wien geholt wird, wird durch die Initiative Dialog.Diskussion. Demokratie. durch verschiedene zusätzliche Veranstaltungen ergänzt, die dazu beitragen sollen, den Dialog der Generationen zu fördern.

Zu diesen Veranstaltungen zählen ein wissenschaftliches Symposion in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte, ein Vortrag - im Rahmen der Wiener Vorlesungen - von Hans Mommsen, dem wohl renommiertesten Zeithistoriker im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich soll im Rahmen eines Schulprojekts mit Wiener SchülerInnen die Möglichkeit gegeben werden, sich direkt und persönlich mit der ‚Geschichte’ auseinander zusetzen. Die Jugendlichen besuchen Zeitzeugen in Wiener Pensionisten-Wohnheimen und sprechen mit Ihnen über deren individuelle Lebensgeschichten. So wird der Besuch der Ausstellung durch authentische - vielleicht widersprüchliche -Berichte ergänzt und eine inhaltlich breite Auseinandersetzung erreicht.

Weitere Projekte von Dialog.Diskussion.Demokratie

Anlässlich der Ausstellung "Body Count - Kunst und Krieg in Zeiten der Medien", organisiert von der Kunsthalle Wien, initiiert Dialog.Diskussion.Demokratie eine Diskussionsrunde mit Journalisten zum Thema Gewalt, Krieg und die Rolle der Medien, die auch im Radio übertragen wird. Zusätzlich sind Workshops mit Schulen zum Thema "Medien und Krieg geplant.

So wird etwa Schülern wird Rahmen eines Workshops in der Praxis gezeigt, wie leicht manipulierbar Fotos und Filme sind. Auf diese Weise soll vermittelt werden, wie kritisch besonders Kriegsberichterstattung betrachtet werden muss. Vor allem die Frage der Fotos als Geschichts-Quelle soll anhand dessen diskutiert werden.

Tagung "Medien und die Macht der Kriegs- und Terror-News" und Webauftritt auf der Internetplattform des Demokratiezentrums Wien

Anlässlich des Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in New York initiiert die Initiative Dialog.Diskussion.Demokratie. im September 2002 eine international besetzte Tagung mit begleitender Umsetzung des Themas im world wide web in deutscher und in englischer Sprache. Der virtuelle Informations- und Debattenort ist die Internetplattform des Demokratiezentrums Wien (www.demokratiezentrum.org).

Internationaler eintägiger öffentlicher Workshop: Europäische Bewertungen der "Sudetenfrage" und "Benes-Dekrete": In einem eintägigen Workshop wird der Themenkomplex "Europäische Bewertung der Sudetenfrage" und die "Benes-Dekrete" analysiert und diskutiert. Besonders wichtig ist dabei die Interaktion der europäischen und US-amerikanischen Perspektive.

Matineen im Wiener Volkstheater: Unter dem Titel "Globalisierung und Gewalt - Perspektiven nach dem 11. September" ist im Volkstheater eine Reihe von Sonntagsmatineen in Kooperation mit der Tageszeitung "Der Standard" und den Wiener Vorlesungen geplant. Als Gäste sind der slowenische Psychoanalytiker und Theoretiker Slavoj Zizek, der französische Philosoph und Soziologe Jean Baudrillard und der deutsche Filmemacher und Autor Alexander Kluge eingeladen, anschließend Diskussion.

Die Initiative Dialog.Diskussion.Demokratie ist unter www.wien.at/ ab sofort abrufbar und bietet alle Veranstaltungen im Überblick, zusätzlich Links zu allen Veranstaltern. (Schluss) sas

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