Öllinger: Keine Verteilungsgerechtigkeit im Pensionssystem

Grüne Kritik an Heuchelei bei ArbeitsmigrantInnen und Frauen

OTS (Wien) - Als aufschlussreich und sehr interessant bezeichnet heute der stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger, den 'Seniorenbericht 2000', welcher im heutigen Sozialausschuss zur Debatte steht.

Aus dem Bericht geht klar hervor, dass das Österreichische Pensionssystem gut funktioniert. "Ein wesentliches Manko unseres Systems wird jedoch auch eindeutig benannt, und das ist die fehlende Verteilungsgerechtigkeit", führt Öllinger aus, und weiter: "Die Regierungsparteien weigern sich jedoch diesen Mangel zur Kenntnis zu nehmen, auch wenn sie es jetzt schwarz auf weiß haben."

Bei dem heutigen Expertenhearing im Ausschuss, fiel der FPÖ-Experte durch seine besondere Betonung der Bedeutung der Familie für ältere ArbeitsmigrantInnen auf, was für die Grünen an sich schon bemerkenswert ist. "Gerade ältere ArbeitsmigrantInnen sehen sich Betreuungspflichten innerhalb der Familie in einem sehr hohen Ausmaß gegenüber, was ja der FPÖ-Experte heute bestätigte. Umso widersprüchlicher ist es, dass die FPÖ im Verbund mit der ÖVP gerade diesen Menschen durch ihre restriktive Migrationspolitik - Stichwort Familiennachzug - wider besseres Wissen die Chancen zu einem aufrechten Familienleben verweigert", kritisiert Öllinger.

"ÖVP und FPÖ liefern sich geradezu einen Wettbewerb über die Hervorhebung des besonderen Wertes der Familie und über die Pflichten innerhalb der Familie. Sie verlieren jedoch kein Wort darüber, dass es sich bei diesen Pflichten in erster Linie um die Betreuungsarbeit von Frauen innerhalb der Familie handelt. Das ist realitätsfremd, heuchlerisch und stellt eine eklatante Missachtung jener Bevölkerungsgruppe dar, die - meist zu schlechten Bedingungen - genau jene Arbeit verrichten, die den wesentlichen Beitrag zu der von Blau-schwarzhochgejubelte Familien leisten: Das sind die Frauen", verweist Öllinger abschließend auf die doppelbödige Politik der Bundesregierung.

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