- 20.02.2002, 12:46:39
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Öllinger: Keine Verteilungsgerechtigkeit im Pensionssystem
Grüne Kritik an Heuchelei bei ArbeitsmigrantInnen und Frauen
OTS (Wien) - Als aufschlussreich und sehr interessant bezeichnet
heute der stv. Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl
Öllinger, den 'Seniorenbericht 2000', welcher im heutigen
Sozialausschuss zur Debatte steht.
Aus dem Bericht geht klar hervor, dass das Österreichische
Pensionssystem gut funktioniert. "Ein wesentliches Manko unseres
Systems wird jedoch auch eindeutig benannt, und das ist die fehlende
Verteilungsgerechtigkeit", führt Öllinger aus, und weiter: "Die
Regierungsparteien weigern sich jedoch diesen Mangel zur Kenntnis zu
nehmen, auch wenn sie es jetzt schwarz auf weiß haben."
Bei dem heutigen Expertenhearing im Ausschuss, fiel der FPÖ-Experte
durch seine besondere Betonung der Bedeutung der Familie für ältere
ArbeitsmigrantInnen auf, was für die Grünen an sich schon
bemerkenswert ist. "Gerade ältere ArbeitsmigrantInnen sehen sich
Betreuungspflichten innerhalb der Familie in einem sehr hohen Ausmaß
gegenüber, was ja der FPÖ-Experte heute bestätigte. Umso
widersprüchlicher ist es, dass die FPÖ im Verbund mit der ÖVP gerade
diesen Menschen durch ihre restriktive Migrationspolitik - Stichwort
Familiennachzug - wider besseres Wissen die Chancen zu einem
aufrechten Familienleben verweigert", kritisiert Öllinger.
"ÖVP und FPÖ liefern sich geradezu einen Wettbewerb über die
Hervorhebung des besonderen Wertes der Familie und über die Pflichten
innerhalb der Familie. Sie verlieren jedoch kein Wort darüber, dass
es sich bei diesen Pflichten in erster Linie um die Betreuungsarbeit
von Frauen innerhalb der Familie handelt. Das ist realitätsfremd,
heuchlerisch und stellt eine eklatante Missachtung jener
Bevölkerungsgruppe dar, die - meist zu schlechten Bedingungen - genau
jene Arbeit verrichten, die den wesentlichen Beitrag zu der von
Blau-schwarzhochgejubelte Familien leisten: Das sind die Frauen",
verweist Öllinger abschließend auf die doppelbödige Politik der
Bundesregierung.
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Tel.: (01) 40110-6697
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