Eine Lärmschutzwand, die Einnahmen erzielt

Wien, (OTS) Wurden bisher unter dem Begriff "Lärmschutz" auf Autobahnen und bei Schnellstraßen eher eintönig verlaufende Wände oder bestenfalls bepflanzte Wälle verstanden, setzt eine von der ASFINAG am Mittwoch in Wien vorgestellt "Multifunktionale Lärmschutzanlage" neue Standards in einem sensiblen Bereich, der zahlreiche Menschen betrifft. Das Pilotprojekt wurde auf der A 2/Südautobahn (bei Gleisdorf) errichtet. Mit Projektbeginn im Jahr 1999, wurde es im Jänner 2002 fertiggestellt und nach einem Monat lassen sich nunmehr erste Folgerungen ziehen: sie bedeuten Lärmminderungen bis zu 12,5 Dezibel. Neben dem Hauptzweck ergeben sich zusätzliche Nutzungen durch Einbau von durchgehenden Photovoltaik-Modulen, die Strom liefern, der einerseits ins öffentliche Netz eingespeist werden kann - laut ASFINAG mögliche Ertragslage bis zu 36 Euro Cent pro Kilowattstunde, unterschiedlich je nach Bundesland - und anderseits auch für den Betrieb von Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung, also etwa eine Optimierung der Flussgeschwindigkeit durch Geschwindigkeitssteuerung, Schilderbrücken für Verkehrszeichen u.ä. genützt werden kann.

Aufgrund der Herabsetzung der Grenzwerte für Lärmimmissionen auf 60 Dezibel am Tag und 50 Dezibel bei Nacht, haben sich die Investitionen der ASFINAG im fast 2000 Kilometer langen Autobahnnetz in den letzten Jahren stark erhöht: waren es im Jahr 1998 noch rund 5,1 Millionen Euro, ist dieser Posten heuer auf 25,6 Millionen Euro angewachsen. Hier setzt der Vorstandvorsitzende der ASFINAG, Dr. Walter Hecke, auch an: Es gelte, mit dieser "absoluten Neuerung" zugleich mit dem funktionalen Nutzen einer Lärmschutzwand auch positive Nebeneffekte wie umweltfreundliche erneuerbare Energiegewinnung, und damit auch einen betriebswirtschaftlichen Effekt zu erzielen. Die erzielten Einnahmen könnten wiederum der Straßenerhaltung zugeführt werden.

Das Pilotprojekt wurde auf einer Länge von (alle Zahlen gerundet) 1,3 Kilometern beidseitig realisiert, mit Seitenwänden und Mittellärmschutzwand ergibt das eine Gesamtlänge der Projektsstrecke von 5,3 Kilometern. Dabei konnte gegenüber einer konventionellen Lärmschutzwand die Gesamtfläche um 8.200 Quadratmeter verringert werden; die Spitzenleistung des installierten Solarkraftwerks liegt bei 101 Kilowatt. Die Kosten des Projekt belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro, doch hätte die Neuerrichtung einer konventionellen (höheren) Lärmschutzwand immerhin 4 Millionen Euro verlangt. (Schluss) pz

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859
e-mail: ziw@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK