AK gegen Senkung der Lohnnebenkosten

Stärkung der Massenkaufkraft muss absoluten Vorrang haben

Wien (AK) -  

Die AK ist gegen eine Senkung der Lohnnebenkosten.
"Für eine solche Maßnahme gibt es keinen Grund", sagt AK Direktor Werner Muhm, "auch wenn Regierung und Wirtschaftskammer ihre Argumente für eine Senkung der Lohnnebenkosten ständig wiederholt, werden sie deshalb nicht richtiger." Muhm verweist auf die Fakten:
Gemessen an den relativen Lohnstückkosten gegenüber den Handelspartnern hat sich die Position der österreichischen Wirtschaft seit 1997 jedes Jahr verbessert. "Das ist der entscheidende Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft", sagt Muhm, "und da liegt Österreich ausgezeichnet." Für den AK Direktor muss eine Stärkung der Massenkaufkraft absoluten Vorrang haben: Die Belastungspakete der Regierung haben vor allem die Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen getroffen, die Pensionen wurden für die meisten nur unter der Teuerungsrate erhöht und die Inflation hat, selbstverschuldet durch die Belastungen der Regierung, Rekordwerte erreicht. "Arbeitnehmer und Pensionisten haben ein Recht auf einen Ausgleich für diese Belastungen", sagt Muhm, "hier muss die Regierung handeln - und zwar sofort." ****
 

Im Gegensatz zu den von der Wirtschaft ständig wiederholten Behauptungen sind die Lohnnebenkosten in den letzten Jahren nicht gestiegen, sondern gesunken. Nach Berechnungen des Wifo gingen sie zwischen 1988 und 2000 von 94,4 Prozent auf 90,2 Prozent zurück.
 
 

Auch unter dem Gesichtspunkt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich der ständig behauptete Handlungsbedarf nicht. Die Daten zeigen die Entwicklung der Lohnstückkosten in der Sachgütererzeugung in den letzten Jahren im Verhältnis zu den Handelspartnerländern Österreichs: Rückgang bedeutet Verbesserung. "Im Durchschnitt zu allen Handelspartnern hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie und Sachgütererzeugung um fast 10 Prozent verbessert", sagt Muhm "und das ist der entscheidende Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit."
 
Relative Lohnstückkostenentwicklung gegenüber den Handelspartnern in einheitlicher Währung, 1997 = 100
 
1997 1998 1999 2000 2001 2002
100 99,1 96,6 91 90,6 90,8
 

"Österreich hat also bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kein Problem", sagt Muhm, "wenn ein Problem besteht, dann bei der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage." Die realen Nettolöhne haben trotz steigender Wirtschaftsleistung in den letzten Jahren nicht zugenommen. "Daher sind Maßnahmen zur Kaufkrafterhöhung dringend erforderlich", sagt Muhm, "und nicht eine Entlastung der Unternehmungen durch Senkung der Lohnnebenkosten."

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