Kossina bei Pfand-Enquete: Bester Weg gegen Müllflut ist Mehrweg

Alarmierende Entwicklung in Supermarktregalen: Einweg-Verpackungen verdrängen umweltschonende Mehrwegflaschen

Wien, (OTS) Eine alarmierende Entwicklung in Supermarktregalen zeigte am Mittwoch Wiens Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina bei einer gemeinsamen Enquete mit Bundesminister Wilhelm Molterer, im Wiener Rathaus auf: "Nur noch zwei von zehn Mineralwasserflaschen sind Mehrwegflaschen". In den Supermarktregalen Wiens sei der Trend vor allem im Getränkebereich eindeutig: Umweltbelastende Einwegprodukte wie Aludosen oder Einweg-Pet-Flaschen, verdrängen Mehrwegflaschen (Pfandflaschen) immer stärker aus den Regalen.

Kossina: "An dieser Entwicklung ist einerseits der Handel -durch die entsprechende Preisgestaltung und der Anordnung der Getränkeverpackungen in den Regalen beteiligt, andererseits der uninformierte Konsument - der vielfach mangels der Auszeichnung des spezifischen Preises in EUR/l zu ‚falschen Alternativen’ greift. Nur die völlige Auszeichnung der spezifischen Produktpreise und die Einführung eines vorfinanzierten Pflichtpfandsystems auf Einweg- und Mehrweg-Getränkeverpackungen können dieses Problem lösen." Kossina lädt daher zu einem gemeinsamen Round Table mit Bundesminister Molterer, der Getränkeindustrie, dem Handel und Propenenten eines Pflichtpfandes ein.

"Einweg-Flaschen landen nach einmaliger Verwendung im Müll oder in den Altstoffbehältern. Mehrweg-Pfandflaschen werden bis zu 40 mal wieder befüllt - und reduzieren so drastisch den Müllberg", betont Kossina: Die Verpackungsflut nehme ohne diese Maßnahmen massiv zu. Die Müllberge wachsen, Ressourcen werden vergeudet, die Umwelt wird belastet. Der Mehrweganteil in Wien beträgt im Mineralswassersektor nur noch 23,1 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 1997 sank dieser Anteil um 56,2 Prozent.

"Nur ein verpflichtendes Pfandsystem auf Ein- und Mehrweg-Getränkeverpackungen kann dieser Entwicklung Abhilfe schaffen", so die Umweltstadträtin. Das Pfand auf Einweg könne dabei z.B. wesentlich höher sein, um so einen Anreiz für Konsumenten zu schaffen, Mehrweg den Vorzug zu geben.

Die Ökobilanzen sprechen eindeutig für Mehrwegflaschen, so Kossina. So sei der Beitrag zum Treibhauseffekt bei Einweg dreimal so hoch wie bei Mehrweg. Die Schonung der vorhandenen Ressourcen, die Erhöhung der Rücklaufquote und die Verringerung von Straßenmüll, sowie die Reduktion des Müllaufkommens insgesamt seien weitere Argumente für Mehrweg.

Auch die Erfahrungen im Ausland seien positiv, so Kossina. Seit Einführung des Pflichtpfandes in Schweden, stieg der Anteil von Mehrweg auf mehr als 60 Prozent an. Die Rücklaufquote von Mehrwegflaschen beträgt in Schweden sogar mehr als 90 Prozent, der Rücklauf der Mehrweg PET-Flasche sogar 98 Prozent.

Kritisch betrachtet Kossina die Einführung einer "freiwilligen Selbstverpflichtung" der Unternehmen, die bei der Verpackungszielverordnung beschlossen wurde. Kossina: "Diese politische Vorgabe konterkariert das Mehrwegsystem noch zusätzlich. Wir brauchen verpflichtende Vorgaben, Unverbindlichkeit bringt uns hier nicht weiter." Es sei auf jeden Fall kontraproduktiv, wenn der Bund Länderinitiativen zur Abfallvermeidung torpediert.

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