ÖGB-Umfrage bestätigt: Mehrheit lehnt weitere Arbeitszeitflexibilisierung ab

Verzetnitsch: ArbeitnehmerInnen gegen Bartenstein-Vorschläge

Wien (ÖGB). Die von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein vorgeschlagene Ausweitung der täglich zulässigen Höchstarbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden stößt auf massive Ablehnung. Das bestätigt eine vom IFES im Auftrag des ÖGB durchgeführte repräsentative Umfrage unter 500 ÖsterreicherInnen. Demnach sprechen sich fast zwei Drittel (64 Prozent) gegen eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit aus, nur 29 Prozent sind dafür. "Unsere Politik entspricht damit klar den Wünschen der ArbeitnehmerInnen dieses Landes", kommentiert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch das Ergebnis der Befragung.++++

"Alles was hinter der Forderung nach einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit steckt, ist die Beseitigung der Überstundenzuschläge und damit die Kürzung der Einkommen. Die Menschen haben klar erkannt, dass es sich um ein reines Lohnsenkungsprogramm für die Unternehmen zu Lasten der Beschäftigten handelt", so der ÖGB-Präsident weiter.

Noch deutlicher als unter der Gesamtbevölkerung ist die Ablehnung des Bartenstein-Plans bei einer parallel dazu durchgeführten Umfrage unter 500 Gewerkschaftsmitgliedern. Von diesen sprechen sich 75 Prozent gegen die Ausweitung der täglich zulässigen Höchstarbeitszeit aus. Bei den ArbeiterInnen unter den Gewerkschaftsmitgliedern ist die Ablehnung mit 85 Prozent am höchsten. Aber auch 69 Prozent der Angestellten sind dagegen.

Selbst die eigenen Parteigänger versagen ihrem Minister in dieser Frage die Gefolgschaft: In der Gesamt-Stichprobe befürworten nur 37 Prozent der ÖVP-SympathisantInnen diese Idee, unter den gewerkschaftlich organisierten nicht einmal mehr ein Drittel (32 Prozent).

"Den Menschen ist bewusst, dass Minister Bartenstein wieder einmal ausschließlich in seiner Rolle als Wirtschaftsminister agiert. Wir fordern ihn auf, endlich auch seine Aufgaben als Arbeitsminister ernst zu nehmen und die Angriffe auf die Interessen der ArbeitnehmerInnen einzustellen", so der ÖGB-Präsident abschließend. (mfr)

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ÖGB, 20. Februar 2002 Nr. 151

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