Österreichs Wald flächendeckend PEFC-zertifiziert

Grillitsch zu WWF: Waldbauern nicht für Klimaeinflüsse verantwortlich

Wien, 19. Februar 2002 (AIZ). - Der gesamte österreichische Wald wird nachweislich ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet. Mit der nunmehrigen Zertifizierung der letzten beiden bisher noch ausständigen Regionen "Nördliches Alpenvorland" und "Nördliches Alpenvorland - Ost" durch die unabhängige, international tätige Zertifizierungsorganisation SGS ist dies nun eindrucksvoll bestätigt. "Der erfolgreiche Abschluss dieser Zertifizierung beweist, dass für die Waldbesitzer die ökologische und auf Generationen ausgerichtete Waldbewirtschaftung nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern von ihnen auch tatsächlich seit langer Zeit praktiziert wird", stellte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, zum positiven Prüfergebnis fest.

Umsetzung der Klimastrategie notwendig

Grillitsch nahm auch Bezug auf den heute präsentierten Waldbericht 2001, demzufolge sich der Kronenzustand im vergangenen Jahr bei fast allen Baumarten (ausgenommen die Eiche) verschlechtert hat. "Laut Forstlicher Bundesversuchsanstalt, die diese Erhebungen durchgeführt hat, war eine der wichtigsten Ursachen für diese Verschlechterung die ungünstige Witterung, konkret die in mehreren Bundesländern herrschende Trockenheit", so Grillitsch. Wenn nunmehr der WWF als Reaktion auf den Kronenzustandsbericht eine "Ökologisierung der Forstwirtschaft" nach seinen Kriterien fordere, so sei klarzustellen, "dass die Waldbauern nicht für Klimaeinflüsse verantwortlich gemacht werden können". Sehr wohl fordere der Bauernbund aber aus diesem Grund erneut eine konsequente Umsetzung der österreichischen Klimastrategie.

Weltweit führendes Zertifizierungssystem

Die Pan Europäische Zertifizierungsinitiative (PEFC) gilt als Erfolgsstory in der Zusammenarbeit der Familienforstwirtschaften nahezu aller europäischen Länder. Die Diskussion über die Rettung des Tropenwaldes hatte vor Jahren den Nachweis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung notwendig gemacht. Die Kennzeichnung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung bekam nun Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit des Produktes am Markt. Durch intensive Bemühungen konnte sich PEFC in kurzer Zeit zum weltweit führenden Zertifizierungssystem entwickeln. Insgesamt wurde bereits für 42 Mio. ha Wald - das entspricht der 5fachen Fläche Österreichs - der Nachweis erbracht, dass dieser nach strengen Auflagen schonend bewirtschaftet wird.

Vorteile für heimische Familienforstwirtschaft

"Mit dem PEFC-Gütesiegel ist es der europäischen und damit auch der österreichischen Familienforstwirtschaft möglich, mit ihren Produkten konkurrenzfähig zu bleiben; vor allem gegenüber aus Übersee importiertem Plantagenholz von Großkonzernen, das bereits mit einem von Umweltorganisationen gepuschten Gütesiegel ausgestattet ist", erklärte Grillitsch. Die österreichische Papierindustrie wird künftig ausschließlich Holz aus zertifizierten Wäldern einkaufen. Das bedeutet, dass auch die Sägeindustrie verstärkt zertifiziertes Holz einkaufen muss, weil sie mit dem Sägehackgut auch Rohstofflieferant für die Papierindustrie ist.

Vernünftige Kosten für Zertifizierung

Mit PEFC, der Initiative der europäischen Familienforstwirtschaft, konnten zudem die Kosten von weniger als 10 Cent/ha deutlich unter denjenigen konkurrierender Zertifizierungssysteme gehalten werden. "Es ist ein Erfolg der Interessenvertretung, dass die Waldbauern Holz als nachwachsenden, umweltfreundlich produzierten Rohstoff am Markt mit der PEFC-Regionenzertifizierung zu vernünftigen Kosten positionieren können", so Grillitsch.

"Die Familienforstwirtschaft kann zertifizierte Ware liefern, jetzt sind Verarbeiter, Handel und Konsumenten am Zug. Vor allem die Baumärkte sind aufgefordert, alle glaubwürdig zertifizierten Holzprodukte anzunehmen und so Monopole und Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen", verlangte Grillitsch.
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