Ausstellung "Europäische Panoramen" im Tech-Gate Wien

Wien, (OTS) Auf Landesebene betriebene Außenpolitik ist erst in den letzten Tagen wieder ins Gerede gekommen. Aber auch hier ist Wien anders: Bürgermeister Dr. Michael Häupl hat bereits vor mehr als 5 Jahren die Einrichtung des Wiener Verbindungskurses in mittlerweile 10 Zentraleuropäischen Hauptstädten begonnen. Wie Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters betonte, sei es im Zuge der EU-Erweiterung und der EU-Reform nunmehr besonders wichtig, nicht nur zu osteuropäischen Städten Netzwerke zu knüpfen. Auch die Kontakte zu westeuropäischen Städten müssen weiter intensiviert werden. So würden die Kontakte beispielsweise zu Paris immer enger - ob bei kommunalpolitischen Fragen (Bsp.: ÖPNV - öffentlicher Personennahverkehr) oder beim allgemeinen Erfahrungsaustausch, so Schicker.

Einen wichtigen Schritt setzt hier die STADTPLANUNG WIEN mit der Ausstellung "Europäische Panoramen - Panoramas européens", die vom Pavillion de l’Arsenal in Paris vor etwa einem Jahr zusammengestellt wurde. Die Ausstellung zeigt europäische Stadtentwicklung anhand der 15 EU-Hauptstädte - von ihren Anfängen bis zur Gegenwart.****

Eine Auswahl architektonischer und städtebaulicher Projekte mit den Schwerpunkten Stadtzentrum, Peripherie, öffentlicher Raum und Infrastruktur präsentiert die verschiedenen historischen Entwicklungsstufen bis hin zur zeitgenössischen Stadtentwicklung der letzten sechs Jahre. Jede Hauptstadt wird in dieser Schau einzeln präsentiert. Eine zusammenfassende chronologische Aufzeichnung der wichtigsten städtebaulichen und architektonischen Ereignisse spiegelt den Wandel und die wichtigsten Veränderungen über einen Zeitraum von 3000 Jahren wider. Die Ausstellung bietet dem Betrachter einen Überblick - sozusagen einen "panoramischen Querschnitt" -europäischer urbaner Kultur, die 1995 mit dem Beitritt in die europäische Union als ökonomisch-politischen Raum und nach dem Fall der Berliner Mauer ein neuer, identitätsstiftender Raum geworden ist. Historische Antagonismen, die die individuelle Tradition, Kultur und Geschichte jedes Landes definieren, mussten und müssen in dieser Union überwunden werden. "Europäische Panoramen" beleuchtet jede Hauptstadt unter ihren individuellen historischen Aspekten, die dieser vielseitige, hybride europäische Raum beinhaltet und interpretiert sie in der Folge neu. Dieser Wandel wird durch die städtebaulichen Projekte 1995-2000 veranschaulicht.

Der Wiener Städtebau wurde vorrübergehend durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs und während der Zeit des Eisernen Vorhangs über Jahrzehnte in seiner Entwicklung gehemmt. Erst durch die Aufhebung des Eisernen Vorhangs sowie Österreichs Beitritt in die Europäische Union konnte sich dieser normalisieren. Ab 1995 zeichnet sich eine verstärkte Dynamik in der Realisierung von bedeutenden städtebaulichen und architektonischen Projekten ab. Der Wiener Stadtentwicklungsplan (STEP) 1994 ist dabei für den Wiener Städtebau und den öffentlichen Transport wesentlich. Wiens Architektur ist durch die starke Präsenz historischer architektonischer Substanz geprägt - weltweit ist Wien die Stadt mit der proportional höchsten Altbaurate. Daher ist in Wien Stadterhaltung ein tragender Teil der Stadtentwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der städtebaulichen Ausweitung in die Peripherie - rund 55 % der Wiener Agglomeration sind unbebaute Grünflächen.

Verstärktes soziales Engagement in der Politik der 80er Jahre führte zu einem beträchtlichen Mehrbedarf an sozialem Wohnbau. Mitte 1990 sprach man von einer zweiten Renaissance. An die 10.000 Sozialwohnbauten entstanden jährlich. Dieser Bedarf erklärt sich zunehmend durch soziale und kulturpolitische Veränderungen sowie einen Anstieg der Bevölkerung. Auch die soziale Infrastruktur wurde verstärkt berücksichtigt. An die 80 Schulen wurden Anfang der 90er gebaut oder saniert und die entsprechende pädagogische Infrastruktur neu geschaffen. Beispiele sind etwa Urban-Loritz-Platz, Gürtel, Museumsquartier, Gasometer, Twin Towers, Thermensiedlung Oberlaa, Donaucity oder Ottakring.

Europäische Stadtkultur kann keineswegs ausschließlich mit der Stadtentwicklung seiner Hauptstädte gleichgesetzt werden. Sie sind in dieser Schau jedoch exemplarisch für Stadtentwicklung angeführt, wenn auch Städte wie Barcelona und Rotterdam in den letzten Jahren wichtige städtebauliche Entwicklungen erfahren haben. Wesentliche Elemente der europäischen Identität werden in der chronologisch aufgebauten Ausstellung durch eine Auswahl aktueller Projekte aus den 15 Hauptstädten veranschaulicht. Die gegenwärtige europäische Stadtentwicklung ermöglicht somit einen homogenen, individuellen Charakter einzelner Städte ebenso, wie respektive pluralistische Kulturformen im gesamteuropäischen Raum. Dieser Raum wird zunehmend durch Globalisierung bestimmt, die Stadtentwicklung und städtebauliche Projekte vor neue, entscheidende Aufgaben stellt. Die aus der steigenden Bevölkerungsdichte resultierende Ausweitung der Peripherie und Aufsplitterung der wachsenden Siedlungsräume soll durch entsprechende Stadt- und Raumplanung verhindert oder zumindest geordnet werden. Gleichzeitig muss die Planung auch den höheren Anforderungen an die urbane Infrastruktur gerecht werden.

Die französischen Architekten Francoise Jourda, Rudi Ricciotti, Manuelle Goutrand, Paris, IFA und Annie Tardivou, Lyon, werden außerdem mit Studenten der TU-Wien Ende April und Ende Mai am Institut für Städtebau der TU-Wien in Workshops den Raum Donaukanal neu gestalten.

Eröffnung der Ausstellung "Europäische Panoramen": Montag, 11. März um 18:30 Uhr im Tech-Gate Vienna, Wiener Donaucity

Die Ausstellung ist bis 21. März zu sehen.

Weitere Informationen:

o Stadtentwicklung: www.wien.gv.at/index/in_stadt.htm

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