SPÖ-Muttonen hält Haider für rücktrittsreif

Wien (SK) Die Kärntner SPÖ-Abgeordnete, SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen hält die Rücktrittsaufforderung gegen den Kärntner Landeshauptmann Haider nach seinem Besuch beim irakischen Diktator Saddam Hussein für gerechtfertigt. Dass Haider das seinerseits zu entkräften versuche mit dem Hinweis, dann müsse auch sie, Muttonen, zurücktreten, da sie im Herbst 2000 mit einer siebenköpfigen Delegation im Irak war, hält Muttonen für einen "kläglichen Ablenkungsversuch". ****

Denn die von der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen organisierte Reise beinhaltete eben keinen Besuch beim Staatschef und "keine Grüße des österreichischen Volkes" für den "weisen Führer" der Baath-Partei, so Muttonen am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Hier ging es tatsächlich darum, sich ein Bild über die humanitäre Lage zu machen - ganz im Gegensatz zu Haider, dem es offensichtlich um die mediengerechte Inszenierung seines Empfanges durch den Diktator gegangen ist."

Muttonen hat im Herbst 2000 an einer von der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen organisierten Delegation mit sieben Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Presse in den Irak teilgenommen, um sich "vor Ort ein Bild über die humanitäre Lage im Irak" machen zu können. Neben zahlreichen Gesprächen u.a. mit dem UNO-Beauftragten Tun Myat für die "OIL FOR FOOD"-Initiative stand auch ein Besuch in einem irakischen Kinderkrankenhaus auf dem Programm.

"Diese Delegation hatte selbstverständlich - im Gegensatz zu Haiders Irak-Ausflug - die Genehmigung der UNO und des österreichischen Außenministeriums; darüber hinaus hat die österreichische Geschäftsträgerin in Bagdad im Auftrag des Außenministeriums diese Delegation auch begleitet", erklärte Muttonen.

Muttonen befürchtet außerdem, dass Haiders Irak-Reise die Arbeit von Hilfsorganisationen erschwert. "Zahlreiche Organisationen wie auch die Österreichisch-Arabische Gesellschaft bemühen sich aufgrund der schwierigen politischen Lage des Iraks ohne medialen Rummel um eine Verbesserung der Lebenssituation der irakischen Bevölkerung. Haiders unsensibler Selbstprofilierungstrip nach Bagdad hat die Arbeit zahlreicher Freiwilliger in ein schiefes Licht gebracht", kritisierte Muttonen abschließend. (Schluss) wf

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