FP-Kowarik: Von den Freiheitlichen befürchtetes Märzpark-Fiasko tritt nun ein!

Die Störung der Totenruhe ist nur eine der unrühmlichen Unnotwendigkeiten!

Wien, 19-02-2002 (fpd) - Sein Bedauern über die Störung der Totenruhe im Märzpark bekundete heute der freiheitliche Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Mag. Helmut Kowarik. Bekanntlich bargen die Wiener Stadtärchäologen auf dem Areal, unter dem eine Tiefgarage entstehen soll, seit Jänner 1,5 Tonnen an menschlichen Knochen. "Wir Freiheitlichen haben schon vor Jahren, als die Debatte um den Märzpark als Garagenstandort begann, auf diese Problematik hingewiesen, leider wurden wir nicht ernstgenommen", zeigte sich Kowarik enttäuscht.****

Der mit der Planung beauftragte Architekt verwies seinerzeit auf die völlige "Unwahrscheinlichkeit" von Knochenfunden. Als "Beweis" führte er eine Rechnung über die Exhumierung der Toten des ehemaliger Schmelzer Friedhofes an, die auf einige tausend Gulden lautete. Schon damals wurde von den Freiheitlichen aufgezeigt, dass es sich um eine Verwechslung handeln dürfte. Im Jahre 1888 wurden nämlich die ersten Gefallenen der Märzrevolution von 1848, die unter der großen Anteilnahme der Wiener Bevölkerung in einer interkonfessionellen Zeremonie auf dem Schmelzer beigesetzt worden waren, exhumiert und auf dem Zentralfriedhof beigesetzt, woran dort heute ein Obelisk erinnert. Im Jahre 1928 allerdings, als der Schmelzer Friedhof aufgelassen und in den zu Ehren der Märzgefallenen genannten Märzpark umgewandelt wurde, konnten aufgrund der bitteren Armut in Stadt und Land keine Exhumierungen durchgeführt werden. Eine Rechnung darüber wäre außerdem bereits in Schilling-Währung ausgestellt worden. Neben dem Hinweis auf diesen historischen Fehler wurden auch jene auf Anrainer, die die Aushubarbeiten für die Wiener Stadthalle in den fünfziger Jahren miterlebt hatten, in den Wind geschlagen. Damals hatten Kinder auf dem Bauplatz mit Gebeinen gespielt.

Die zu erwartenden Knochenfunde waren mit ein Grund für die Freiheitlichen die grundsätzlich sehr begrüßte Garage für diesen Standort abzulehnen. Alternativ-Vorschläge wurden abgelehnt und Mitte Dezember in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vollendete Tatsachen geschaffen. Unter den 53 brutal zusammengeschnittenen Bäumen befanden sich auch einige seltene zweigeschlechtliche Spitzpappeln, die in den dreißiger Jahren unter Naturschutz gestellt worden waren. Auch der traditionelle 1848-Gedenkstein, den man noch 1998 anläßlich des Revolutions-Jubliläums mit Tafeln drapiert hatte, wurde überdies entfernt. Sein Verbleib ist ebenso ungewiß wie sein Zustand -Experten befürchteten, dass er aufgrund seiner Beschaffenheit die Versetzung nicht überstehen würde.

Entgegen erster Ankündigungen sollen die menschlichen Überreste nicht in einem Beinhaus im Märzpark, sondern in einem Sammelgrab auf dem Zentralfriedhof beigesetzt werden. Kowarik forderte für diesen Fall eine erklärende Gedenktafel.

"Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass die Totenruhe unnötiger Weise gestört wurde", stellte Kowarik. Alle Befürchtungen der Freiheitlichen, vor denen diese immer wieder gewarnt hatten, scheinen sich nun zu bewahrheiten. "Die letzte ‚funktionierende’ Grünoase im dicht verbauten Gebiet von Rudolfsheim-Fünfhaus ist somit samt all ihren Besonderheiten Vergangenheit. Für die Zukunft Wiens wird es von großer Bedeutung sein, bei den nächsten Wahlen die sich in allen Bereichen auswirkende sozialistische Misswirtschaft zu beenden. Es bleibt zu hoffen, dass Häupl & Co. bis dahin nicht noch mehr Schaden anrichten", schloß Kowarik. (Schluß) jen

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