Arbeit verteilen statt konzentrieren!

GBH-Driemer: Flexibilität und Mobilität dürfen keine Einbahnstraße sein

Wien (GBH/ÖGB). "Die ArbeitnehmerInnen - und das nicht nur in den Bau- und Holzbranchen - tragen durch ihre hohe Flexibilität und Mobilität wesentlich zum Erfolg der österreichischen Wirtschaft bei. Flexibilität darf aber keine Einbahnstraße zu Lasten der ArbeitnehmerInnen sein", erklärt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer.++++

Für die Verkäuferin einer Supermarktkette, die von Filiale zu Filiale hetzt, für den Bauarbeiter, der seine Arbeit auf Baustellen in ganz Österreich leistet, für eine Arbeiterin der Holzindustrie, die ihre wöchentliche Arbeitsleistung nach dem Auftragsstand ihres Arbeitgebers ausrichtet, oder für den Lokführer oder den Fernfahrer ist Flexibilität in der Arbeit das tägliche Brot. Wenn diesen Menschen von Regierungspolitikern nun Unflexibilität vorgeworfen wird, grenzt dies an Verhöhnung. Driemer: "Flexibilität heißt auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vom Arbeitnehmer selbst gewählte Arbeitszeitformen, Recht auf Teilzeit - mit einem Recht zur Rückkehr auf Vollzeitarbeit und eine gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeit."

Driemer kritisiert in diesem Zusammenhang die jüngsten Vorschläge von Bundesminister Bartenstein in Richtung einer Verlängerung der Arbeitszeit. Driemer wörtlich: "Das geht in eine vollkommen falsche Richtung. Wir brauchen eine drastische Verkürzung der Arbeitszeit. Eine solche Verkürzung der Arbeitszeit kann zwar nicht der einzige Schritt sein, um die dramatischen Arbeitslosenzahlen in den Griff zu bekommen, sie ist aber ein wichtiger, viel zu lange verzögerter Teilaspekt."

ÖGB, 19. Feber 2002
Nr. 146

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