"Kleine Zeitung" Kommentar: "Normalität" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 18.02.2002

Graz (OTS) - So wie sich die FPÖ und ihre Spitzenfunktionäre in den letzten Tagen aufgeführt haben, wie sie ihre Parteiangelegenheiten als eine bisweilen peinliche Beziehungskiste inszeniert und vor aller Öffentlichkeit ausgebreitet haben - das kannte man früher nur von der ÖVP.

Dort üben aber momentan der Vorsitzende und der Wiedergenuss der Macht nach langer unfreiwilliger Enthaltsamkeit eine disziplinierende Wirkung aus.

Ist die FPÖ also schon eine "normale" Partei?

Das nicht. Aber sie ist auf dem Weg dorthin. Man kann finden, dass dieser Weg schon viel zu lange dauert, man kann aber mit demselben Recht meinen, dass in zwei Jahren nicht viel mehr möglich war. Es kann natürlich auch sein, dass sie nie am Ziel ankommt.

Zur Normalität gehört, dass eine Regierungspartei auch regieren darf und nicht ständig von aussen gestört und gesteuert wird und dass sie nicht prinzipiell versucht, Regierung und Opposition in einem zu sein.

Dass es ausgerechnet Peter Westenthaler ist, der diesen Klärungsprozess ein kleines Stück vorangebracht hat, hätte man sich vor einem Jahr auch nicht vorstellen können. ****

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