"Macht hat für mich in erster Linie mit Verantwortung zu tun"

ORF-GD Dr. Monika Linder im "Ö3 Frühstück bei mir"

Wien (OTS) - ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner im Gespräch mit Claudia Stöckl über ihre neue Aufgabe, Freizeit und Freunde. ****

Claudia Stöckl: "Sie werden neben Susanne Riess-Passer als mächtigste Frau des Landes gehandelt! Wie stehen Sie denn zur Macht ?"

Dr. Monika Lindner: "Also Macht hat für mich in erster Linie mit Verantwortung zu tun! Man kann nicht immer mit dem Schädel durch die Wand! Ich strebe immer danach, einen Konsens herzustellen!"

Claudia Stöckl: "Wie sehr ist Talent und Fleiß genug für einen Aufstieg und wie sehr braucht man auch die richtigen Mentoren? "

Dr. Monika Lindner: "Das kann ich nicht beantworten, weil ich weder weiß, ob ich Talent habe und ob ich so wahnsinnig fleißig bin, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, die Dinge ergeben sich dann letzten Endes von selbst. Wenn man sich bemüht, das was man macht, gut zu machen und vor allem, wenn man es gern tut. Und ich habe nun das besondere Vergnügen gehabt, immer das tun zu können, was ich gern gemacht habe und noch dafür bezahlt bekommen! Ich muss nicht warten, bis es 17, 18 oder 19 Uhr ist und ich meine Freizeit beginnen kann. Meine Freizeit rankt sich um mein Berufsleben und mein Berufsleben ist mein Leben. Und dadurch macht man die Dinge, die man macht, mit großer Leidenschaft und dann finden sich Mentoren - wie Sie sagen -von selber. Meiner Erinnerung nach ist ja mein Eintritt als Angestellte beim ORF so passiert: Bacher wollte eine Frau für die Pressestelle und da war auch jemand dabei, mit dem ich gearbeitet habe, der dann gesagt hat: "Ja, da gibt's eine, die heißt Monika Lindner und die ist ganz tüchtig!" Und dann bin ich eben eingeladen worden - völlig überraschend - zu einem Termin mit Bacher und er hat mich gefragt, ob ich die Pressestelle übernehmen will. Und ich habe ihm offen gesagt: "Herr Bacher, ich habe zwar keine Ahnung, was man da macht, aber ich möchte es gerne probieren!" So hat dann eigentlich meine echte ORF-Karriere begonnen."

Claudia Stöckl: "Sechs Wochen haben Sie jetzt die Funktion der ORF-Generaldirektorin inne, was hat sich denn in Ihrem Leben geändert?"

Dr. Monika Lindner: "Es haben sich natürlich meine Ansprechpartner geändert. Ich habe in meinen früheren Funktionen halt nicht mit Stiftungsräten, mit Ministern, mit Politikern zu tun gehabt. Die Etagen haben sich ein bisschen verändert, nach oben."

Claudia Stöckl: "Wie viel Zeit nimmt es denn in Anspruch am Tag mit der Politik zu konferieren?"

Dr. Monika Lindner: "Nicht wahnsinnig viel. Jeder, der glaubt, ich hänge den ganzen Tag am Telefon und rede nur mit Politikern, ist schwer im Irrtum. Aber es gibt halt doch Kontakte, das ist ganz klar."

Claudia Stöckl: " Ändert sich eigentlich auch der Freundeskreis, bzw. wie viele neue Freunde unter Anführungszeichen kommen denn da dazu bzw. Menschen, die plötzlich sehr freundlich sind ?"

Dr. Monika Lindner: "Grundsätzlich ist es so: Ich mag ja Menschen, ich gehe ja mal auf jeden sehr offen zu, d.h. die Menschen waren immer freundlich mit mir. Ich denke, es hat auch ein bisschen damit zu tun, dass ich immer freundlich bin mit ihnen. Mein Freundeskreis hat sich überhaupt nicht verändert. Das einzige, worauf ich schauen will, ist dass ich diesen Freundeskreis, der mit dem ORF fast nichts zu tun hat, nicht zu sehr vernachlässige. Weil diese Freunde, die haben mich vorher gern gehabt, die haben mich jetzt auch noch gern, trotzdem ich wenig Zeit für sie habe und die werden mich auch in Zukunft noch gern haben."

Claudia Stöckl: "Bei wem suchen Sie Rat, oder sind Sie eine einsame Entscheiderin?"

Dr. Monika Lindner: "Ich bin eine leidenschaftliche Teamarbeiterin, ich bespreche die Dinge gerne und es gibt ganz wenige, bei denen ich mir Rat hole. Aber diese Leute, die kennt niemand, die gebe ich nicht Preis."

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