ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Linder im Ö3 Frühstück bei mir

Wien (OTS) - Sie ist die erste Frau an der Spitze des ORF und wird in den nächsten 5 Jahren die Geschicke des größten Medienunternehmens des Landes lenken. Vergangene Woche hat ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner ihr neues Team präsentiert, heute, Sonntag, ist sie Gast im "Ö3-Frühstück bei mir" bei Claudia Stöckl. Die neue Generaldirektorin spricht über Politik, Entscheidungen und ihre neue Aufgabe: "Eine gute Chefin bin ich dann, wenn es mir gelingt, ein gewisses Maß an Zufriedenheit zu erzeugen." ****

Claudia Stöckl: "Ihr Führungsstil wird sehr oft betont. Es heißt immer, er ist so hart, Sie sind so harsch im Umgangston! Sehen Sie sich selber auch so?"

Dr. Monika Lindner: "Ich bin sicher sehr impulsiv. Wenn ich mich ärgere, fällt es mir sehr schwer mich zu beherrschen und das ist zweifellos ein großer Fehler von mir! Manchmal ist es aber gar nicht so schlecht, weil oft in der Impulsivität die Dinge einfach grad herauskommen. In dem Moment, wo man darüber nachdenkt "Das kann ich eigentlich nicht so sagen, der könnt sich vielleicht kränken" beginnt es sich zu verwässern und das hat dann nicht mehr die selbe Wirkung. Diese Unsicherheit ist unmenschlich, die ist viel menschenverachtender als wenn man einmal schreit! Ich weiß, dass ich dann immer wieder Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen habe mit dieser Impulsivität, aber sie war auch immer von einer Leidenschaft getragen, dass sich die Dinge ändern und dass es besser wird! Ich habe immer versucht, auch aus den Leuten das Beste herauszuholen!"

Claudia Stöckl: "Es ranken sich mittlerweile viele Legenden um Sie und Ihren Führungsstil! Unter anderem wurde eine Mitarbeiterin zitiert, die gesagt hat, dass Sie bei Frauen nicht gerne Miniröcke sehen!"

Dr. Monika Lindner: "Also das ist ein völliger Blödsinn! Erstens finde ich es sehr angenehm, wenn sich Menschen gut kleiden und fesch sind. Und das mit den Miniröcken kommt von einer Moderatorin von Willkommen Österreich, weil ich der Meinung war, wenn man dort sitzt und der Rock rutscht einem rauf bis weiß Gott wohin, dass das unmöglich aussieht. Meiner Meinung nach hätten sich die Moderatorinnen selbst etwas weggenommen - selbst ernst genommen zu werden, dass die Leute darauf achten, was sie sagen und nicht was sie anhaben! Das Zweite war - das stimmt - dass ich eine Mitarbeiterin vom Marketing darauf aufmerksam gemacht habe, dass man so nicht nach außen gehen kann - als Repräsentantin des ORF. Ein Rockerl, das nur das Notdürftigste bedeckt, ist kein Aufzug für eine Frau, die hinausgeht und sagt: "Grüß Gott, ich bin eine Repräsentantin des ORF" - und dazu stehe ich."

Claudia Stöckl: "Sie haben jetzt über 3200 Mitarbeiter."

Dr. Monika Lindner: "Das Problem ist, man ist so wahnsinnig weit weg. Im 6. Stock ist man wirklich unglaublich weit weg von allem. Man ist weit weg von den Mitarbeitern und vom Publikum und seit ich hier bin, überlege ich wie es mir gelingen kann, näher an alles heranzukommen. Und da ist es nicht damit getan, dass man in drei große Sitzungen geht. Und eine gute Chefin bin ich dann, wenn es mir gelingt, ein gewisses Maß an Zufriedenheit zu erzeugen! Und diese Zufriedenheit resultiert natürlich aus dem Programmerfolg und dem wirtschaftlichen Erfolg! Ich denke mir, dann habe ich schon einen guten Schritt in Richtung gute Chefin gemacht!"

(Fortsetzung)

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