Mitterlehner: "Langfristig droht qualitativer und quantitativer Arbeitskräftemangel"

Mehr Flexibilität bei Vermittlung von Arbeitslosen und geeignete Maßnahmen zur Integration von Frauen und ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt dringend notwendig

Wien (PWK123) - "Die heutigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes erfordern innovative Lösungen und vermehrt Flexibilität", betonte Reinhold Mitterlehner, Generalssekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich. "Wir beobachten einen kurzfristigen und einen langfristigen Trend. Kurzfristig sehen wir uns relativ hohen Arbeitslosenzahlen gegenüber, langfristig droht uns ein quantitativer und qualitativer Arbeitskräftemangel. Für beide Trends sind flexiblere Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt gefragt."

Derzeit steigenden Arbeitslosenzahlen stehen immer noch massive Nachfragen nach Fachkräften bis ins Jahr 2005 gegenüber. Mitterlehner: "Nicht zu vergessen ist die demographische Entwicklung, die eine starke Reduktion der arbeitsfähigen Bevölkerung - schon in den kommenden Jahren - mit sich bringen wird." Je nach Studie fehlen bis 2005 zwischen 165.000 und 300.000 Arbeitskräfte. Es sei daher in den kommenden Jahren mit einem eklatanten Mangel insbesondere an ausreichend qualifizierten Fachkräften zu rechnen. Daher sind nach Ansicht von Mitterlehner rasch Maßnahmen bei den älteren Arbeitnehmern, den Frauen und den Langzeit-Arbeitslosen zu ergreifen, um der Wirtschaft dringend benötigte Arbeitskräfte zu sichern.

Flexibilität ist nach Mitterlehner auch bei der Vermittlung von Arbeitslosen gefragt. "Hier sollen vor allem geographische Beschränkungen bei der Vermittlung gelockert werden", führte Mitterlehner anhand der Bestimmungen im Betreuungsbereich aus. "Aber auch bei der Zumutbarkeit müßten neue Konzepte angedacht werden", stellte Mitterlehner die Frage in den Raum, ob nicht LKW-Fahrern auch die Tätigkeit als Fernlastfahrer in bestimmtem Umfang zumutbar wäre. Damit könnte dem Fahrermangel bei den Fernlastfahrern entgegengetreten werden. Auch die Zumutbarkeit, aus persönlichen Umständen ein Beschäftigungsangebot auszuschlagen, die derzeit nach Ermessen im Einzelfall beurteilt wird, soll auf eine generell verbindliche Grundlage gestellt werden.

"Je besser die Rahmenbedingungen, desto rascher werden von der Wirtschaft Arbeitskräfte nachgefragt. Mehr Flexibilisierung schafft daher einen enormen Wachstumsschub für die österreichische Wirtschaft" so Mitterlehner abschließend. (AB)

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