Krammer: Beispiel Postamt Enzersdorf zeigt: Sterben Postämter, geht auch die Seele vieler kleiner Ortschaften verloren

Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten, nicht zerstören

St. Pölten, (SPI) - Das Postamt Enzersdorf im Thale öffnete am Freitag, den 15. Februar 2002, zum letzten Mal seine Pforten. Nach 140 Jahren geht eine bereits zur Institution gewordene Tradition zu Ende. Schuld sind nicht etwa die Kunden der 300 Seelen zählenden Gemeinde, die haben ihrem Postamt seit jeher die Treue gehalten. Schuld ist die unreflektierte Einsparungswut einer Bundesregierung, die ohne Rücksicht auf Verluste geschönten Statistiken hinterher hechelt. Die Weinviertler SP-LAbg. Christa Krammer dazu: "Experten des WIFO und IHS bestätigen, dass das Nulldefizit der österreichischen Volkswirtschaft mehr Schaden als Nutzen bringt. Ähnlich verhält es sich bei der Schließungsorgie kommunaler Einrichtungen. Gibt es kein Postamt mehr, oder wird der Gendarmerieposten geschlossen, schadet das der kommunalen Gemeinschaft. Die Auswirkungen sind auf einen Nenner zu bringen:
Sterben Kommunikationszentren und Kommunaleinrichtungen, geht auch die Seele kleiner Ortschaften verloren."****

Gerade am Beispiel des Postamtes Enzersdorf im Thale wird diese Gefahr ganz deutlich. Landtagsabgeordnete Krammer zieht nüchtern Bilanz: "Die Ortschaften sterben aus, Jugendliche finden keine Arbeitsplätze und sehen somit keine Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum." Sie wandern daher ab. Krammers Appell gilt dem Postmanagement sowie den politischen Verantwortungsträgern: "Ich fordere alle Verantwortlichen auf, sich nochmals am grünen Tisch zusammenzusetzen, um gemeinsam Lösungen für den Erhalt der Postämter zu erarbeiten. Es soll nicht im Rundumschlag kosmetisch herumgedoktert, sondern gezielt Strategien entwickelt werden, die die Interessen aller Betroffenen berücksichtigt und welche die Lebensqualität in unseren ländlichen Regionen und Gemeinden erhalten hilft. Unsere Postämter haben eine wichtige Nahversorgungsfunktion, ihre Schließung verschlechtert die Lebensqualität für Tausende Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher."
(Schluss) rs

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