"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Haiders Traum endgültig aus

Ausgabe vom 16.02.2002

Was der KTZ schon gestern Nachmittag zugeflüstert worden war, erfuhr um 19.30 Uhr via "Zeit im Bild" Bestätigung: Haiders Rücktritt von sämtlichen Bundesfunktionen, darunter die eminent wichtige als Mitglied des Koalitionsausschusses. Damit verbunden: Der Weg zurück zu Nationalratswahlen ist der Minusgestalt rot-weiß-roter Politik versperrt, der Kanzlertraum dahin.

War also die Aufwartung bei dem Massenmörder, Kriegstreiber und Megaverbrecher Saddam Hussein der letzte oder zumindest vorletzte Fehler des ehemaligen FP-Chefs? Haider zeigt jedenfalls Wirkung; der starke Mann scheint gegenwärtig fertig zu sein. Wobei sich der Verfasser vorliegender Zeilen - vorläufig - erlaubt, am Ernst der Erklärungen des Landeshauptmannes nicht zu zweifeln. Sollte Haider jedenfalls jemals Lust verspüren, zurück in den Bundesring zu steigen, wird man ihn an seinen Vergleich vom 15. Februar 2002 erinnern: Auf die Frage, ob sein Rücktritt definitiv erfolge, antwortete er mit gebrochener Stimme: "Was man wegwirft, klaubt man nicht mehr auf."

Aktuelle Auswirkungen: Schüssel, Riess-Passer & Co. können vorläufig punkten - vor jener Welt, die von Haiders, um es milde auszudrücken, Eskapaden genug hat. Mit dem nun doch sensationellen Rücktritt des Bärentalers ist für die bislang von Kärnten aus ferngesteuerte Bundesregierung ein Befreiungsschlag par excellence gegeben. Vermutlich haben die Sektgläser die Nacht durchgeklirrt. Und Haider träumt vielleicht von einer besseren, in der ersten Reihe der europäischen Rechten angesiedelten Zukunft.

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